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Österreichischer Barock

Die Verherrlichung des hl. Karl Borromäus

Bildinformation:

Die Verherrlichung des hl. Karl Borromäus

Um 1721
Öl/Leinwand, 130 x 58 cm

Inv. Nr.259

Künstler:

ROTTMAYR Johann Michael

1654 Laufen - 1730 Wien

sex games ROTTMAYR Johann Michael
Unklar ist, wo und bei welchem Künstler Rottmayr seine ersten Lehrjahre absolvierte. Als 20jähriger verließ er für 13 Jahre das Erzbistum Salzburg um in Venedig in der Werkstatt des deutschstämmigen Künstlers Carl Loth (1632-1698) zu studieren. Diese Zeit in Italien war für seinen künstlerischen Werdegang einschneidend und von großer Bedeutung. Die Schulung an der italienischen, vor allem an der venezianischen Malerei des 16. Jhs., prägte und formulierte seinen Malstil. 1688 kehrte Rottmayr als bereits renommierter Künstler nach Salzburg zurück. 1698 übersiedelte Rottmayr nach Wien. 1690 malte er das große Deckenfresko in der erzbischöflichen Winterreitschule. 1711-1714 gestaltete er einen Großteil der Deckengemälde der Salzburger Residenz. Nicht nur in Wien, sondern auch in Böhmen und Mähren war er als Bildnismaler und Figurenfreskant anerkannt. 1714 wird Rotttmayr geadelt und konnte somit den Namen J.M. Rottmayr von Rosenbrunn führen, mit dem er seine Werke signierte.

 

Die Verherrlichung des hl. Karl Borromäus
Dieses Gemälde der Residenzgalerie Salzburg ist eine Ölskizze (Modello) für das Hauptbild des östlichen Querschiffaltares der Kollegienkirche in Salzburg, die Johann Bernhard Fischer von Erlach (1656-1723) zwischen 1696 und 1707 erbaute. Das Altarbild zählt zu den wichtigsten der späteren Werke Rottmayrs. Dieses Modello wiederholt das an die sechs Meter hohe Altarbild und gibt in seinen verkleinerten Dimensionen Streckung und Zerrung der Bildfiguren, die am originalen Altarbild entstehenden Perspektive, wieder. Für die Glorifizierung des hl. Borromäus, Fürbitter der Pestkranken, verwendet Rottmayr den von ihm eingeführten dreizonigen Aufbau. Eine Pestepedemie in der Stadt Salzburg wird durch das Abhalten von Prozessionen und mit Hilfe der Verteilung der Eucharistie - nach dem Vorbild des hl. Borromäus - bekämpft. Rottmayr definiert durch wiedererkennbare Salzburger Landschafts- und Architekturmotive präzise den Ort des Geschehens. Darüber schwebt auf einem Wolkengebilde und von Engeln getragen der Heilige. Seine rote Kardinalskleidung ist - im Gegensatz zum Altarbild - in einem erdigeren Ton gehalten und wird somit harmonisch in die farbige Gesamttonalität des Bildes integriert. Borromäus wendet sich Jesus, dem Weltenherrscher und Führer seiner Heerscharen, der sich am Himmel zeigt, vertrauensvoll zu.

 

Literatur
Gabriele Groschner, Thomas Habersatter, Erika Mayr-Oehring (Hrsg.): Meisterwerke. Residenzgalerie Salzburg. Salzburg 2001, S. 106

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