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Österreichischer Barock

Die Heilung des alten Tobias

Bildinformation:

enter Die Heilung des alten Tobias

Öl/Leinwand, 73,5 x 91 cm

watch Inv. Nr.325

enter site Künstler:

TROGER Paul

source site 1698 Zell (Welsberg) im Pustertal - 1762 Wien

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Paul Troger lernte und arbeitete in den Werkstätten des calabresischen Künstlers Giuseppe Alberti (1640–1716) und den Venezianern Nicola Grassi (1682– 1750), Giovanni Battista Piazzetta (1682– 1754) und Sebastiano Ricci (1659–1734). 1723 bis 1724 reiste Paul Troger nach Bologna, Neapel und Rom. Auf seiner Reise lernte er Sebastiano Conca, Francesco Solimena und Giuseppe Maria Crespi kennen. In Italien erwarb er ausgezeichnete Kenntnisse nicht nur in der Öl-, sondern auch in der Freskomalerei. Troger fand großzügige Förderer in Adelskreisen und kunstfreudigen Äbten vorwiegend niederösterreichischer Klöster, wie Melk, Altenburg, Zwettl, Seitenstetten und Göttweig. 1745 wurde er Mitglied der Wiener Akademie, 1751 erhielt er eine Professorenstelle für Malerei und 1754 – 1757 wurde er deren Rektor.


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Die Szene beschreibt eine Begebenheit aus dem alttestamentaren "Buch Tobit”. Der alte erblindete Tobias lehnt sich in seinen Stuhl zurück und lässt sich für seine Heilung von seinem Sohn Tobit eine Salbe aus der Galle eines Fisches in die Augen streichen, die dieser von seiner Reise mitgebracht hat. Der Erzengel Raphael, der Tobit auf seiner Reise begleitete und mit ihm ins väterliche Haus zurückkehrte, weist ihn dazu an. Raphael hält den Pilgerstab in der Hand. Dieser Stab symbolisiert den Prozess der Heilung, die Gesundheit und das Augenlicht wiederherstellt. Der Erzengel ist der Reise-, Lebens- und Seelenbegleiter Tobits, aber auch aller Menschen. Reisestab, Hut und Mantel des jungen Mannes sind als Zeichen dafür, dass er das Ziel seiner Reise erreicht hat, auf den Boden niedergelegt. Troger schildert das Geschehen in einem abgedunkelten Raum, der lediglich durch einen schmalen Lichtstrahl erhellt wird. Diese lichte Zone betont und intensiviert die Lokalfarbigkeit der Gewänder in den drei Grundfarben: Rot, Blau und Gelb. Der Strahl wird begrenzt und geleitet von einer Repossoirfigur, von einem Vorhang, den weit ausgebreiteten Flügeln und kräftigem Oberkörper des Engels. Der Blick wird somit direkt zum Hauptgeschehen geführt. Dieses Gemälde zeigt die von Trogers italienischen Vorbildern übernommene und individuell weiterentwickelte Bildcharakteristika: ein kontrastreiches Helldunkel, eine ausdrucksvolle Sprache der Hände und eine faszinierende Farb- und Lichtsymbolik.

 

click here Literatur
Gabriele Groschner, Thomas Habersatter, Erika Mayr-Oehring (Hrsg.): Meisterwerke. Residenzgalerie Salzburg. Salzburg 2001, S. 110

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