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Österreichischer Barock

Kardinal Matthäus Lang von Wellenburg

Bildinformation:

Kardinal Matthäus Lang von Wellenburg

Öl/Pergament auf Mahagoniholz übertragen, 76,3 x 60,9 cm

Inv. Nr.Inv. Nr. 640, derzeit als Leihgabe im Salzburg Museum

Künstler:

DONAUSCHULE Meister der

Donaustil zw. etwa 1490 und 1540

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Knapp vor 1500 bildete sich im Donauraum zwischen Regensburg, Passau und Wien sowie dem bayerisch-österreichischen Alpenland mit Schwerpunkten in Innsbruck und Salzburg eine auf die Natur und Landschaft bezogene Kunst aus, die die Bezeichnung „Donauschule“ bzw. „Donaustil“ trägt. Ausgehend von der Innsbrucker Werkstatt des Miniaturisten Jörg Kölderer (?–1540), den Menschendarstellungen Jörg Breus d. Ä. (um 1475– 1537), dem Frühwerk Lucas Cranachs d. Ä. (1472– 1553) und Rueland Frueauf d. J. (nachweisbar 1497–nachweisbar 1545), gipfelte der Donaustil in den beiden überragenden Meistern Albrecht Altdorfer (um 1480–1538) und Wolf Huber (um 1485–1553).
Die perspektivisch gestalteten, bis ins Detail ausgeführten Landschaften und deren Verhältnis zu den lebendig bewegten Figuren, verweisen auf ein neues, humanistisch geprägtes Weltbild der Künstler, die dem Raumerlebnis, den Lichtphänomenen sowie Farbwerten in ihren Bildern nachgingen und damit phantastisch bizarre Stimmungen schufen.

 

Kardinal Matthäus Lang von Wellenburg
Das eindrucksvolle Brustbild zeigt den Salzburger Fürsterzbischofs fast frontal, in dunkelblauer, beinahe schwarzer Kleidung und roter Kopfbedeckung, die sich vom wolkenverhangenen, blaugrauen Himmel abhebt. Sein strenger und würdevoller Blick schweift in die Ferne. Die rechte Hand liegt auf einer Steinbrüstung, die linke ist leicht erhoben. Im Hintergrund links zeigt ein Landschaftsausschnitt die mittelalterliche Residenzstadt Salzburg: den romanischen Dom, die spätgotische Franziskanerkirche, die Festung und Stadtmauer sowie den Gipfel des Untersbergs.
Der humanistisch gebildetete Kardinal Matthäus Lang von Wellenburg (1468–1540) wurde 1519 zum Erzbischof von Salzburg gewählt und verkörperte bereits den Typ des neuzeitlichen Renaissancefürsten. Als Förderer der schönen Künste erteilte er zahlreiche Aufträge und pflegte gute Kontakte zu den bedeutendsten Künstlern seiner Zeit: ein bevorzugter Maler war der Augsburger Hans Burgkmair d. Ä (1473–1531); Albrecht Dürer (1471–1528) schuf 1518 ein Porträt von ihm und Albrecht Altdorfer stand während seiner Tätigkeit in Regensburg fortwährend mit Salzburg in Verbindung. Möglicherweise ergeben sich hier Anhaltspunkte für eine Zuschreibung des nicht signierten Bildes. Die malerische Qualität spricht für einen bedeutenden Künstler aus dem Umkreis Altdorfers bzw. für den Meister selbst. In der Literatur taucht aber auch immer wieder der Name von Wolf Huber oder sein Umfeld auf.

 

Literatur
Gabriele Groschner, Thomas Habersatter, Erika Mayr-Oehring (Hrsg.): Meisterwerke. Residenzgalerie Salzburg. Salzburg 2001, S. 92 

 

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