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Österreichischer Barock

Maria mit Kind

Bildinformation:

Maria mit Kind

Öl/Leinwand, 107,6 x 80,8 cm
bez. re. u.: 1589 C M.

Inv. Nr.451

Künstler:

MEMBERGER Kaspar der Ältere

1555 Konstanz - 1618? Konstanz

http://ses.fi/en/home/?web=chatrndom MEMBERGER Kaspar der Ältere
Als Wolf Dietrich von Raitenau (1559-1617), der Gründer des barocken Salzburg, 1587 sein Amt als Fürsterzbischof antrat, mangelte es der zeitgenössischen lokalen Kunstlandschaft an herausragenden Persönlichkeiten und qualitätvollen Arbeiten. Wolf Dietrich verpflichtete auswärtige Künstler, um seiner prunkvollen Hofhaltung gerecht zu werden. Unmittelbar nach Regierungsantritt schuf der Konstanzer Maler Kaspar Memberger d. Ä. für den Fürsterzbischof einen fünfteiligen „Arche Noe Zyklus". Der Auftrag geht möglicherweise auf eine frühere Bekanntschaft zurück, da auch Wolf Dietrich aus dem Bodenseegebiet stammte. Kaspar war der Sohn des Konstanzer Malers Philipp Memberger d. Ä. (um 1510-1573) und wurde wie seine beiden Brüder vermutlich bei seinem Vater ausgebildet. Von Wolf Dietrich 1587 nach Salzburg berufen, fertigte er hier eindrucksvolle Altarblätter, Epitaphien und Porträts. Erst 1596 scheint der Künstler in den Archivalien als Salzburger Hofmaler auf. Zwei Jahre später kehrte Memberger nach Konstanz zurück, wo er als geachtete Malerpersönlichkeit 1618 starb. 

 

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Das Bildnis der Madonna folgt noch einem relativ starren, dem späten Mittelalter entnommenen Schemata. Im Bildzentrum sitzt Maria auf einem leicht erhöhten Baldachinthron, auf ihrem linken Bein ruht der Christusknabe. Über der Muttergottes schweben zwei Engel mit wallenden Gewändern und halten eine Krone über ihrem Haupt. Links gewährt ein Fensterausschnitt einen Ausblick auf eine phantasievolle Architekturlandschaft. Unterhalb des Fensters steht auf dem mittels Schachbrettmuster perspektivisch gestalteten Boden eine manieristische Prunkvase mit zierlichem Blumengebinde, das typische Marienblumen zeigt: Pfingstrosen, Maiglöckchen und weiße Lilien, als Zeichen der Reinheit und Keuschheit. Wie bei dem „Arche Noe Zyklus" brachte Memberger im Vordergrund das Wappen des Landes Salzburgs und das Familienwappen des Fürsterzbischofs Wolf Dietrich von Raitenau an. Die beiden Engel und die reich gefaltete Gewandung der Madonna erinnern an die spätgotische Formensprache des frühen 16. Jh.s. Als Vorlage für die Komposition der Thronende Madonna diente Memberger offenbar ein 1518 datierter Kupferstich von Albrecht Dürer (1471-1528). Neben niederländischen Einflüssen lassen sich auch heimische Vorbilder wie der Isenheimer-Altar von Matthias Grünewald (um 1470/75-1528) anführen. Unmittelbar folgt dem Marienbildnis die Mitteltafel eines von Wolf Dietrich in Auftrag gegebenen Silberaltars, der heute im Museo degli Argenti des Palazzo Pitti in Florenz aufbewahrt wird. 

 

Literatur
Gabriele Groschner, Thomas Habersatter, Erika Mayr-Oehring (Hrsg.): Meisterwerke. Residenzgalerie Salzburg. Salzburg 2001, S. 94, 98

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