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Österreichischer Barock

Das letzte Abendmahl

Bildinformation:

Das letzte Abendmahl

Öl/Leinwand, 134,5 x 222,5 cm

Inv. Nr.233

Künstler:

MAULBERTSCH Franz Anton

1724 Langenargen - 1796 Wien

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Seine ersten Lehrjahre absolvierte Maulbertsch in der Werkstatt seines Vaters in Langenargen in der montfortischen Herrschaft Tettnang. Es wird ebenso eine Lehre bei Franz Joseph Spiegler (1691-1757) in Riedlingen vermutet. Als 16-Jähriger verließ er seine Heimat um in Wien an der Akademie zu studieren. Nach anfangs erfolglosen Teilnahmen an Wettbewerben, erhielt er 1750 den ersten Preis der Akademie für Malerei. 1752 wurde er zum akademischen Mitglied gewählt. Im selben Jahr begann mit dem ersten größeren Auftrag für die Ausmalung - später für die Hochaltarbilder - der Piaristenkirche in Wien seine erfolgreiche Künstlerkarriere. Viele Aufträge für Deckenausmalungen bzw. Gemälde in Österreich ob und unter der Enns, Ungarn, Mähren und Slowakei folgten. 1772 wird Maulbertsch von Maria Theresia (1717-1780) in den Stand des Hofkammermalers erhoben, ein Jahr später erhielt er den Titel „Kunstrath" der Akademie und 1788 wird er Direktor der neugegründeten Pensionsgesellschaft für bildende Künstler.

 

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Maulbertschs Abendmahlbild ist ein interessantes Beispiel des barocken Skizzenstils. Diese Szene der um einen Tisch gruppierten Männer erscheint durch die weit vor- und zurückgelehnten Gestalten, die schroffen Verkürzungen und unzähligen Diagonalen unruhig und aufgewühlt. Die Köpfe Jesu und der Apostel sind stark aus der Körperachse gedreht und sowohl deren klobige Gliedmaßen als auch die ausdrucksstarke Handgestik untermalen die heftige Bewegtheit des dargestellten Moments. Die Festigkeit der Körper, deren Gesamtton eher dunkel ist, verschwimmt in einem weißen Licht und erweckt das Gefühl von Verschwommenem und Traumhaftem, in dem, trotz plakativ emotionaler Dramatik, der Ablauf der Zeit verlangsamt scheint. Dramatisch erscheint die Positionierung von Jesus und Judas, die sich am Tisch unmittelbar gegenübersitzen. Vor Judas liegt auf dem Tisch ein Messer, das die blutige Auswirkung seines Verrates vorwegnimmt, während vor Jesus das eben rituell gebrochene Brot und geöffnete Zitrusfrüchte, als Zeichen der Überwindung des Todes, angeordnet sind.

 

Literatur
Gabriele Groschner, Thomas Habersatter, Erika Mayr-Oehring (Hrsg.): Meisterwerke. Residenzgalerie Salzburg. Salzburg 2001, S. 102

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