Deutsch - English

Österreichischer Barock

Die vier Jahreszeiten, Chronos huldigend

Bildinformation:

Die vier Jahreszeiten, Chronos huldigend

Öl/Leinwand, 74,5 x 94,5 cm

Inv. Nr.235

Künstler:

ALTOMONTE Bartolomeo

enter site ALTOMONTE Bartolomeo
Bartolomeo Altomonte erhielt in Wien seinen ersten Kunstunterricht von seinem Vater Martino Altomonte (1657–1745). Nach Studienaufenthalten in Bologna und Rom, studierte er zwischen 1721 und 1723 bei Francesco Solimena (1657–1747) in Neapel. Nach Österreich zurückgekehrt, nimmt er seinen Wohnsitz in Linz. Er arbeitete als der sogenannte „Maler der Stifte“ im oberösterreichischen Raum u.a. für Schlägl, St. Florian, Kremsmünster, Wilhering und Seitenstetten. Altomonte hielt sich nur kurzzeitig, von 1732 bis 1736, in Wien auf. Er wurde in Wien zum Hofmaler ernannt, aber nur wenige Arbeiten sind dort nachweisbar. Erst 1770 wurde er Mitglied an der Wiener Akademie. Seinen Lebensabend verbrachte Bartolomeo Altomonte zurückgezogen im Stift St. Florian.

 

Die vier Jahreszeiten, Chronos huldigend
Diese Ölskizze der Residenzgalerie Salzburg ist die Studie zu einem Deckenfresko des Prunksaales von Schloss Neuwartenburg bei Timelkam/Vöcklabruck. Dieses Schloss wurde zu Ehren des Besuches Kaiser Karl VI., der sich für eine Falkenjagd an die Vöckla begab, vom Architekten Anton Erhard Martinelli (um1684–1747) 1730–32 errichtet. Bartolomeo gestaltete das Fresko, das er 1737 vollendete. Chronos war für die Griechen die Zeit, die mit dem Titan Kronos, dessen Namen ähnlich klingt, verschmolz. In einem Bericht der griechischen Literatur wird Chronos(Kronos) als glücklicher und gütiger Herrscher beschrieben, der die Insel der Seeligen in einem gesegneten goldenen Zeitalter regiert. In der römischen Mythologie wird Chronos dem Saturn, Gott des Ackerbaues, gleichgesetzt. Die vier Jahreszeiten, Symbole der fruchtgebenden Erde und des sich immer wiederholenden Zyklischen der Welt, umringen – zusammen mit den Elementen Regen, Wind und Licht – Chronos, den glücklichen Regenten, als Zentrum des Geschehens. Dieser hält den Kreis, Zeichen der unendlichen Zeit, der Harmonie und der Vollkommenheit, in der Hand. Johann Albert Graf Saint Julien Wallsee, der Erbauer des Schlosses, bereitete mit diesem Fresko-Programm zum Thema der „Apotheose der glücklichen Regentschaft“ dem Römischen Kaiser Deutscher Nation, Karl VI., einen glorreichen Empfang.

 

Literatur
Gabriele Groschner, Thomas Habersatter, Erika Mayr-Oehring (Hrsg.): Meisterwerke. Residenzgalerie Salzburg. Salzburg 2001, S. 100

Besuchen Sie uns auf:Facebook YouTube