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Österreichische Malerei des 19. Jhd.

Kinder im Fenster

Bildinformation:

Kinder im Fenster

1853
Öl/Leinwand, 85 x 69 cm
bez.: li. u.: Waldmüller 1853

Inv. Nr.335

Künstler:

WALDMÜLLER Ferdinand Georg

1793 Wien - 1865 Hinterbrühl/Mödling

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Der herausragende Vertreter des frühen Realismus finanzierte seine unregelmäßigen Besuche der Wiener Akademie zwischen 1807-1811 mit dem „Illuminieren von Bonbonbildchen". (Danach war er als Porträtminiaturmaler, Zeichenlehrer und Dekorationsmaler bei verschiedenen Theatern tätig.) Die Ölmalerei eignete er sich u. a. durch das Kopieren italienischer Meister der Renaissance und des Barock sowie der niederländischen Meister des 17. Jh.s an. 1835 wurde Waldmüller, der seit 1829 Professor und erster der Gemäldegalerie der Wiener Akademie war, zum „Kaiserlichen Rat" ernannt. 1846 erschien seine erste Streitschrift gegen den Akademieunterricht. Von Metternich jahrelang unterstützt, führt schließlich die dritte Streitschrift 1857 zur strafweisen Pensionierung bei halbem Gehalt. 1863 wurde der streitbare Kunsttheoretiker und Vorkämpfer der österreichischen Freilichtmalerei durch Kaiser Franz Joseph I. rehabilitiert. Die Eigenständigkeit des Porträtisten, Landschafts-, Genre- und Stilllebenmalers mit seinem leidenschaftlichen Bemühen um „Wahrheit" zeigt sich u. a. in der unver- wechselbaren Sachlichkeit der Detailwiedergabe und in seiner einzigartigen Lichtmalerei.

 

Kinder im Fenster
Pausbackige, fröhliche Kinder in festtäglicher Kleidung drängeln sich interessiert am Fenster. Der kleinere der beiden Buben und die Schwester folgen mit freundlich lächelndem Blick der Armbewegung ihres Bruders, der mit ausgestrecktem Zeigefinger aus dem Bild zeigt. Diese spontan und ungezwungen wirkende Geste betont die im höchsten Grade illusionistische Wiedergabe und suggerierte Nähe zum Betrachter. Waldmüller hält einen unspektakulären Moment, einen flüchtigen Augenblick mit überzeugender Intensität und Lebensnähe fest. Das grelle Sonnenlicht und harte Schlagschatten prallen geradezu greifbar aufeinander. Der Künstler, der die „...plastische Wiedergabe von Licht und Schatten als Hauptsache..." bezeichnete, erreicht mit dem scharf begrenzten Helldunkel eine bestechend realistische Oberflächenwirkung. Das Spiel des Lichtes verleiht der unterschiedlichen Textur eindrucksvolle Prägnanz. Mit präziser Detailwiedergabe führt Waldmüller die „Pracht des Einfachen" vor. Zarte Kletterrosen mildern die Ärmlichkeit des Sujets und spiegeln das blühende Leben. Die Darstellung heiterer Bauernkinder ohne sozialkritischen Anspruch war zur Entstehungszeit 1853 ein beliebtes Sujet. Mit dem Thema Fensterbild (siehe S. 14), einem klassischen Motiv der europäischen Kunst, setzte sich Waldmüller bereits früher auseinander. Die 1840 entstandene Version „Junge Bäuerin mit drei Kindern im Fenster" befindet sich in der Neuen Pinakothek München, Inv. Nr. 12.895.

 

Literatur
Gabriele Groschner, Thomas Habersatter, Erika Mayr-Oehring (Hrsg.): Meisterwerke. Residenzgalerie Salzburg. Salzburg 2001, S. 142

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