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Österreichische Malerei des 19. Jhd.

Gebirgsbach nach dem Gewitter

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cam4 4 Gebirgsbach nach dem Gewitter

enter 1891
Öl/Leinwand, 161 x 177 cm
bez. re. u.: ROBERT RUSS 1891

source link Inv. Nr.574

Künstler:

http://www.rollerwelt.org/?WEBCAMS=cam-44 RUSS Robert

www.livecam44.com 1847 Wien - 1922 Wien

http://www.krasilnikoff.biz/?WEBCAMS=www.livecam44.com  RUSS Robert
Die Kritik bezeichnet Russ, der von 1861- 1868 die Landschaftsklasse an der Wiener Akademie beim „Gebirgsspezialisten" Albert Zimmermann (1808-  1888) besuchte, bereits 1868 als Anhänger der „paysage intime". Ausstellungen und Reisen bestimmten die kommenden Jahre. 1873 war Russ mit fünf Bildern auf der Wiener Weltausstellung vertreten. Von Carl von Hasenauer (1833- 1894) kam eine Reihe von Ausstattungsaufträgen für die Ringstraßenbauten. In den 80er und 90er Jahren stellten sich internationale Erfolge und Ehrungen ein. Für das seit 1888 herausgegebene Kronprinzenwerk „Die österreichische Monarchie in Wort und Bild" schuf Russ 95 Landschaftszeichnungen. Ab Mitte der 90er Jahre fand er seine Motive vorwiegend in Südtirol und am Gardasee. Nach 1900 folgte eine längere produktive Zeit und die Intensivierung internationaler Ausstellungstätigkeit. Russ gelangte in seinem reifen Werk, wohl unter dem Eindruck des Impressionismus, zu einer freien, skizzenhaften Malweise.

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Die Wiedergabe einfacher, alltäglicher Motive in Verbindung mit den entsprechenden atmosphärischen Gegebenheiten bestimmter Jahres- und Tageszeiten war, in Anlehnung an die „paysage intime" der Schule von Barbizon, das Anliegen der Künstler des österreichischen Stimmungsrealismus. Russ war ein Vertreter dieser Richtung. Seine Aufmerksamkeit in diesem großformatigen Werk galt den spezifischen Lichtverhältnissen nach dem Abzug eines Gewitters. Die von Feuchtigkeit und dunstigem Licht geprägte Atmosphäre hielt er mit starken Licht- und Schattenkontrasten fest. Erzählerische Elemente wie die durch das Unwetter zerstörte Brücke, die zum einsam gelegenen Gehöft führte und das unversehrt gebliebene Kreuz am Rande des tosenden Gebirgsbaches betonen die besondere Wettersituation. Charakteristisch für Russ ist die Umsetzung des Themas mit unterschiedlichen Maltechniken. Feine, detailreiche Pinselarbeit kombinierte er mit dem Einsatz „grober" Werkzeuge wie Spachtel, Palettenmesser und der „Gemäuer-Technik", einem Abklatschverfahren, das bröckelndes Mauerwerk imitiert und zu seinem Markenzeichen wurde. Die vielfältige Behandlung der Oberfläche bewirkt eine effektvolle Bildkomposition und vereinigt gegensätzliche Dimensionen wie Flächigkeit und Raumtiefe. Das Gemälde entstand im selben Jahr als der „Meister der Beleuchtungseffekte" mit der Großen Goldenen Staatsmedaille ausgezeichnet wurde.

 

go to site Literatur
Gabriele Groschner, Thomas Habersatter, Erika Mayr-Oehring (Hrsg.): Meisterwerke. Residenzgalerie Salzburg. Salzburg 2001, S. 138

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