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Österreichische Malerei des 19. Jhd.

Der Großglockner mit der Pasterze

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Der Großglockner mit der Pasterze

Um 1830
Öl/Holz, 42,5 x 60,5 cm
bez. li. u.: THO. ENDER

source Inv. Nr.592

Künstler:

go site ENDER Thomas

1793 Wien - 1875 Wien

go to site  ENDER Thomas
Zwischen 1806 und 1813 studierte der Zwillingsbruder des Porträtisten Johann Nepomuk Ender (1793-1854) Landschaftsmalerei an der Wiener Akademie bei Lorenz Janscha (1749-1812) und Joseph Mössmer (1780-1845). Der künstlerische Erfolg des von Staatskanzler Metternich und Erzherzog Johann gefördeten Landschaftsmalers begann 1817/18 als anlässlich der legendären Brasilienexpedition über 700 Zeichnungen und Aquarelle entstanden. 1829 wurde Ender in den Kreis der „Kammermaler" von Erzherzog Johann aufgenommen und damit beauftragt, die österreichischen Alpen in Skizzen zu dokumentieren. Auf alljährlichen gemeinsamen Wanderungen mit dem Erzherzog durch die Alpen und einer gemeinsamen Orientreise 1837 schuf der Künstler eine einzigartige Sammlung von Aquarellen. Das künstlerische Schaffen Enders, der zwischen 1837 und 1848 Professor für Landschaftsmalerei an der Wiener Akademie war, geht einher mit einer regen, lebenslangen Reisetätigkeit: „Ich habe immer einen großen Drang zu reisen in mir gefühlt..." Viele von Enders Landschaften wurden von englischen Künstlern in Stahl gestochen.

 

Der Großglockner mit der Pasterze
Eine „gesamt-österreichische Landesaufnahme" mit geologisch-montanistischer, botanischer und volkskundlicher Ausrichtung war Erzherzog Johanns Ziel, mit der politischen Absicht einer Förderung und Stärkung der nationalen Identität. Geplant wurde eine Dokumentation mit möglichst genauer Abbildung durch seine Kammermaler. Enders Darstellung der oberen und unteren Pasterze mit dem „Johannisberg" bildete um 1830 einen ersten Höhepunkt. Der Künstler gibt Österreichs größten Gletscher in „eisigem" Kolorit wieder. Die Brillanz des nuancenreichen Kolorits mit kühlen Farbtönen verleiht der schroffen Welt aus Fels und Eis den Charakter des Großartigen und Erhabenen. Verschwindend kleine Staffagefiguren demonstrieren ebenso wie zwei kreisende Raubvögel die Grandiosität des Naturschauspiels. Über das naturwissenschaftliche Interesse und die reine Beobachtung hinaus, die Darstellung bildet ein wichtiges Dokument für die Gletscherforschung, zeigt Ender die beeindruckende Ästhetik des ewigen Eises, jedoch ohne romantische Bedeutungsaufladung. Der Künstler arbeitete stets in Bildfolgen und schuf von einem Motiv mehrere Skizzen mit stets wechselnden Standpunkten. Das Gemälde stammt ursprünglich aus dem Besitz von Katharina Schratt und ist die Umsetzung eines Aquarells aus dem Bestand der Graphiksammlung der Residenzgalerie, Inv. Nr. 96. 

 

Literatur
Gabriele Groschner, Thomas Habersatter, Erika Mayr-Oehring: Meisterwerke. Residenzgalerie Salzburg, Salzburg 2001, S. 124

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