Deutsch - English

Österreichische Malerei des 19. Jhd.

St. Petersfriedhof im Winter

source url Bildinformation:

St. Petersfriedhof im Winter

Öl/Leinwand, 42,8 x 43,8 cm
bez. re. u.: HBürkel.

source Inv. Nr.134

Künstler:

go site BÜRKEL Heinrich

1802 Pirmasens/Rheinpfalz - 1869 München

go to site  BÜRKEL Heinrich
Der Meister der frührealistischen-biedermeierlichen Münchner Landschafts- und Genremalerei studierte als Schüler der Münchner Akademie 1822/23 vor allem die niederländische Kunst des 17. Jh.s. In der Schleißheimer Galerie kopierte er u. a. die Werke von Philips Wouwerman (1619-1668), Jacob Isaacksz van Ruisdael (1628/29-1682), Herman van Saftleven (1609-1685) und Adriaen Brouwer (1605/06-1638). Einfluss erfolgte ebenso durch das Werk des Schlachtenmalers Peter Hess (1792-1871). Ab 1825 beteiligte sich Bürkel, der gemeinsam mit anderen Künstlern gegen die Akademiekunst opponierte, als Mitglied an den Ausstellungen des Münchner Kunst- vereins. Auf ausgedehnten Wanderungen durch das Alpenvorland und Tirol fand er seine Motive, hauptsächlich Darstellungen des Landlebens, mit welchen er dem Genrebild in der Münchner Kunst den Boden bereitete und diese bis weit in die 2. Hälfte des 19. Jh.s beeinflusste. Ab 1829 hielt sich Bürkel, der u. a. mit Adalbert Stifter (1805-1868) und Carl Spitzweg (1808-1885) befreundet war, immer wieder auch für längere Zeit in Italien auf.

 

St.-Petersfriedhof im Winter
Winterlandschaften waren ein beliebtes Bildthema des Künstlers, der ab 1845 mehrere Varianten des verschneiten Friedhofes schuf. Dieses Werk, das sich von den anderen Versionen vor allem durch das Fehlen der St.-Margarethenkapelle unterscheidet, stammt aus der Sammlung von Erzherzog Ludwig Viktor in Schloss Kleßheim. Mit feinpinselig-akribischer Malweise verbindet Bürkel Landschaftsbild und Genremalerei in stimmungsvoller Atmosphäre. Dicht verschneit liegt das Gräberfeld zwischen den Arkaden und der romanischen Apsis der Katharinenkapelle. In der Stille des Wintermorgens fegt ein Mönch einen Weg frei. Über dem Festungsberg mit der krönenden Hohensalzburg kommt hinter Wolken die Sonne durch. Kühle, fein nuancierte Grau- und Weißtöne bestimmen das gedämpfte Kolorit. Mit genauer Aufmerksamkeit für die Jahres- und Tageszeit erfasst Bürkel die besondere Stimmung des Ortes. Der alte Friedhof, umschlossen von einer Arkadenmauer und der Mönchsbergwand mit den so genannten Katakomben, dessen Ursprünge bis in die frühchristliche Zeit der römischen Stadt Juvavum reichen, war ein beliebtes und häufiges Sujet der deutschen Romantiker. Bereits etwa 30 Jahre vorher aquarellierten und zeichneten Carl Philipp Fohr (1795-1818) und Ferdinand Olivier (1785-1841) dieses Ideal einer romantischen Vedute in ihre Skizzenbücher. 

 

Literatur
Gabriele Groschner, Thomas Habersatter, Erika Mayr-Oehring: Meisterwerke. Residenzgalerie Salzburg. Salzburg 2001, S. 118

Besuchen Sie uns auf:Facebook YouTube