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Österreichische Malerei des 19. Jhd.

Der Pfennig der Witwe

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cam4 4 Der Pfennig der Witwe

enter Öl/Leinwand, 97 x 127 cm
Bez. re. am Portalsockel: Danhauser 39

source link Inv. Nr.595

Künstler:

http://www.rollerwelt.org/?WEBCAMS=cam-44 DANHAUSER Josef

www.livecam44.com 1805 Wien - 1845 Wien

http://www.krasilnikoff.biz/?WEBCAMS=www.livecam44.com  DANHAUSER Josef
Der Sohn eines Möbelfabrikanten besuchte von 1820 bis 1826 die Wiener Akademie u. a. bei Johann Peter Krafft (1780-1856). In seinen künstlerischen Anfängen beschäftigte er sich mit historisierenden Illustrationen. 1828 hielt sich Danhauser in Erlau/Eger auf, wo er im Auftrag des Erzbischofs das große Altarbild malte. Nach dem Tod des Vaters übernahm er die künstlerische Leitung der Möbelfabrik und prägte mit seinen Entwürfen den Möbelstil des Wiener Biedermeier. Der Künstler erhielt 1836 den Preis der Akademie; 1841 wurde er zum Professor der Klasse für Historienmalerei ernannt. Neben Porträts schuf Danhauser hauptsächlich Genrebilder. Der hervorragende Zeichner bereitete seine Gemälde stets in mehreren Detail- und Kompositionsstudien vor. Seine gesellschaftskritischen Bilderzählungen, angeregt u. a. von William Hogarth (1697-1764) sowie Jan Steen (1625/26-1679), entstanden zwischen 1836 und 1844.

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cam4 4 Der Pfennig der Witwe
Danhauser appelliert hier zum wiederholten Male mit einem gleichnishaften Sittenbild religiösen Inhaltes an das Moralempfinden des Betrachters. Ein wohlbeleibtes, teuer ausstaffiertes Paar demonstriert für jeden sichtbar seine scheinheilige Spendefreudigkeit an die „richtige" Adresse. Aufmerksamkeit heischend wirft der Mann Münzen in die blecherne Kassa eines unterwürfig buckelnden Kirchendieners am Portal der Kirche. Von der prächtigen Robe der Ehefrau gleichsam in den Hintergrund gedrängt, hält eine Witwe ihren kleinen Sohn an, einem blinden Bettler ein Geldstück zu geben. Die wahre Barmherzigkeit der selbst vom Leid getroffenen Witwe wird durch das Kreuz an der Wand verdeutlicht. Danhauser präsentiert eindringlich und pointiert die neutestamentarische Botschaft, Mildtätigkeit im Verborgenen auszuüben mit einprägsamer Charakterisierung der Akteure. Unmissverständlich in Miene und Körperhaltung mit karikaturhaften Zügen, stellt er die Gegensätze, sowohl in räumlicher als auch in koloristischer Hinsicht mit akribischer Detailerfassung, drastisch gegenüber. Mehrere Entwurfszeichnungen veranschaulichen den Prozess der Bildfindung. Zu nennen ist u. a. eine datierte aquarellierte Studie von 1836, Historisches Museum der Stadt Wien, Inv. Nr. 18.439, sowie eine weitere aquarellierte Kompositionszeichnung von 1838 in der Graphischen Sammlung Albertina, Inv. Nr. 5.116.

 

go to site Literatur
Gabriele Groschner, Thomas Habersatter, Erika Mayr-Oehring: Meisterwerke. Residenzgalerie Salzburg, Salzburg 2001, S. 122

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