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Österreichische Malerei des 19. Jhd.

Salzburger Ansicht mit dem Kapuzinerberg

Bildinformation:

Salzburger Ansicht mit dem Kapuzinerberg

1844
Öl/Holz, 37,9 x 47,5 cm
bez. re. u.: Joh. Fischbach 1844

Inv. Nr.255

Künstler:

FISCHBACH Johann

1797 Grafenegg - 1871 München

FISCHBACH Johann
Der erfolgreiche Landschaftsmaler und Aquarellist prägte das Salzburger Kunstgeschehen zwanzig Jahre lang. Fischbach, der in jungen Jahren wie viele seiner Kollegen an der Wiener Akademie bei Joseph Mössmer (1780-1845) studiert hatte, ließ sich 1840 in Salzburg nieder und unterstützte als Komiteemitglied 1844 die Gründung des Salzburger Kunstvereins. Für kunstsinnige Dilettanten unterhielt er eine „kleine Akademie" und erteilt Hans Makart (1840-1884) in seinen Jugendjahren Malunterricht. 1860 übersiedelte er nach München. Seine romantisierende Landschaftsauffassung weist sowohl ideale als auch realistische Züge auf. In kleinformatigen Bildern schuf der Künstler eine liebenswerte, biedermeierliche Welt mit lyrisch anmutenden Lichtstimmungen. Großen Anklang fanden seine nachträglich abgewerteten ländlichen Genrebilder mit Jägern und Wilderern. Die Mappe „Malerische Ansichten von Salzburg und Oberösterreich" mit 12 Kohlezeichnungen des Künstlers wurde 1852 mit großem Erfolg im Stahlstich reproduziert.

 

Salzburger Ansicht mit dem Kapuzinerberg
Nicht den großartigen Blick auf Festung und Dom, sondern den weniger spektakulären Stadtteil am rechten Salzachufer mit Kapuzinerberg und -kloster wählte Fischbach für diese 1844 entstandene Version. Aus dichter Bebauung ragt das hohe gotische Dach der alten Andräkirche. Rechts am Berghang steht St. Johann am Imberg mit dem großen Benefizantenhaus. Unreguliert fließt die Salzach durch die weiten Bögen der Stadtbrücke, über welche, kaum erkennbar, eine Prozession zieht. Detailfreude prägt das Bild der Stadt, die im Verhältnis zur Landschaft miniaturhaft wirkt und von den sie umgebenden Stadtbergen sowie vom sich in der Ferne erhebenden Gaisberg mit dem Nockstein eingefasst wird wie ein Kleinod. Sanftes Sonnenlicht betont die heitere, friedliche, für Fischbach charakteristische Atmosphäre. Der Blick auf die gleichsam entrückte Vedute wurde vom Künstler ästhetisch vorteilhaft gewählt. Die Sträucher des Mönchsberges im schattigen Vordergrund und schlanke, biegsame Bäume bilden einen Rahmen. Staffagefiguren und eine auffällige Wolkenformation beleben die Idylle. Ein Aquarell zu diesem Werk aus dem Jahre 1842/43 befindet sich in der Graphischen Sammlung der Residenzgalerie Salzburg, Inv. Nr. 34; ein weiteres, gleichzeitig entstandenes Blatt in der Graphischen Sammlung Albertina Wien, Inv. Nr. 14107, eine Entwurfsskizze in der Staatlichen Graphischen Sammlung München; Inv. Nr. 2223 132. Bereits 1842 entstand eine größere Version in Öl, die sich in Privatbesitz befindet.

 

Literatur
Gabriele Groschner, Thomas Habersatter, Erika Mayr-Oehring (Hrsg.): Meisterwerke. Residenzgalerie Salzburg. Salzburg 2001, S. 126

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