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Sensai

WEISS - die Reinheit der Form in der japanischen Kunst

 

13. März - 26. April 2009


Hokusai,  um 1830



Eröffnung: 12. 03. 2009, 18.30 Uhr
Medienpräsentation: 12. 03. 2009, 10.30 Uhr



In der Ausstellung SENSAI werden historische japanische Druckgraphiken und zeitgenössische Papierkunst Japans einander gegenübergestellt.
Die so genannten „Ukiyo-e“ sind Farbholzschnitte, die vorwiegend aus der späten Edo-Zeit stammen und – in ihrer Leichtigkeit und Verspieltheit – Bilder der alltäglichen, vergänglichen Welt darstellen. Zu den hervorragenden Meistern dieser Zeit, die in Europa zu großer Beliebtheit gelangten, zählen u.a Hokusai, Hokkei und Hiroshige. Es waren vor allem ihre Arbeiten, die den zum Teil enormen Einfluss japanischer Kunst in Europa, vor allem auf die Holzschnitt- und Dekorationskunst des Jugendstils und weit in die Kunst des Beginnenden 20. Jahrhunderts begründeten.

Die zeitgenössischen japanischen Papierarbeiten zeigen die formale Aufnahme der feinen und grazilen Linienästhetik der Ukiyo-e, als auch den Rückgriff auf den Einfluss des Zen-Buddhismus der früheren japanischen Kunst.

SENSAI ist ein wichtiges Schlüsselwort in der japanischen Kultur. Der Begriff ist in westliche Sprachen nur schwer zu übersetzen: am ehesten kann SENSAI übersetzt werden mit den Begriffen Kultiviertheit, Verfeinerung oder Vervollkommnung. SENSAI ist das ästhetische Element, das vorwiegend die japanische Kunstform durchzieht.
Die ständige Suche nach der „Einfachheit, Klarheit“ hinter den Dingen – einer gewissen Ausstrahlung von Gelassenheit, Prägnanz und Beseeltheit, die jenseits eines subjektiven und temporären Gefallens liegt, führt uns Menschen der westlichen Zivilisation zur Ästhetik des japanischen Begriffes SENSAI.

In historischer Zeit war dieses Bewusstsein um primäre ästhetische Ideale Bestandteil des alltäglichen Lebens in Japan. Diese Ideale fanden ihren Ausdruck nicht nur im künstlerischen Gestalten von Papier in unterschiedlichsten Qualitäten und Weißnuancen, sondern auch in der Poesie, im Theater, in Tee-Ritualen oder im klassischen japanischen Tanz.
Physikalisch ist Weiß die Summe aller Farben. Weiß steht in der Japanischen Kultur für den Tod, und bleibt dennoch als vollkommendste Farbe in keinem negativen Zusammenhang. Weiß symbolisiert: Licht, Glaube, das Ideale, das Gute, der Anfang, das Neue, Sauberkeit, Unschuld, Bescheidenheit, Wahrheit, die Neutralität, die Klugheit, die Wissenschaft, die Genauigkeit.



Emil Orlik, um 1910




Vor allem das ursprünglich aus China stammende und immer weiter verfeinerte Wissen um die Papierherstellung und das hoch entwickelte Verfahren des Papierdrucks stellen eine Besonderheit für Japan dar.

Die Papiererzeugung war in Japan schon im 8. Jh. weit entwickelt. Hergestellt wurden die hochwertigen Papiere aus Hanf und der Maulbeerbaumart kózo, später kamen auch die Fasern der einheimischen Pflanzen gampi und mitsumata dazu.
Die Technik, aus beliebigen Pflanzenfasern Papier zu erzeugen, gibt es seit mehr als 1300 Jahren.
Auch für Textilien und künstlerische Objekte werden verschiedenste Fasern verwendet.
Heute finden wir ein breites Spektrum ästhetischer Strömungen und Schulen, die für die hiesige Kunstszene als bereichernde Elemente von Bedeutung sind, insbesondere dann, wenn Sie es verstehen, Elemente der japanischen Traditionen mit solchen der westlichen Moderne zu verbinden und zu Aussagen gelangen, die uns gedanklich weiterführen.



Tatoya Hokkei





Shinoda Toko





Kyoko Adanyia-Baier



Ausstellungskonzept: Dr. Gabriele Groschner



Partner & Sponsoren:
          

      

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