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Italienischer Barock

Die Geburt Christi

Bildinformation:

livecam44 Die Geburt Christi

Um 1520
Öl/Pappelholz, 51,5 x 33,5 cm

click Inv. Nr.391

go here Künstler:

DOSSI Battista, eigentl. Battista de Luteri

1490-95 Ferrara? - 1548 Ferrara

see url  DOSSI Battista, eigentl. Battista de Luteri
Battista Dossi zählte am Ferrareser Hof neben seinem etwas älteren Bruder Dosso Dossi (um 1489/ 90-1542) zu den gefragtesten Künstlern der ersten Hälfte des 16. Jh.s. Mit Dosso verbanden ihn gemeinsame Arbeiten, ein gemeinschaftlich geführtes Haus und ein reger, künstlerischer Informationsaustausch. Neben Tafelbildern, zahlreichen Fresken für die Villen der Herzöge von Ferrara und Entwürfen für Teppiche wurden Battista und Dosso - den damaligen Gepflogenheiten entsprechend - auch zur Ausstattung und Dekoration der Hoffeste herangezogen. Über Battistas Werdegang ist nur wenig bekannt. Sein Name verschwindet 1517 für mehrere Jahre aus den herzöglichen Zahlungsvermerken. Man nimmt an, dass er den folgenden Zeitraum bis etwa 1520 in Raffaels Werkstatt in Rom verbracht und dort seinen klassischen Stil ausgebildet hat. Ab ca. 1540 lassen sich in seinem Œuvre manieristische Elemente nachweisen.

 

Die Geburt Christi
Battistas kleinformatiges Bild mit einfachem formalen Bildaufbau, symmetrischer Anordnung der Personen und klassischem Figurenideal ist sehr akkurat gemalt - streng in Harmonie und Komposition, wie es die Hochrenaissance gebot. In der Mitte lagert das Christuskind auf einem Tuch, umgeben von Maria und Joseph zur Rechten und zwei Hirten zur Linken. Über dieser Anbetungsszene schwebt Gottvater in einer Lichtwolke. Charakteristisch für die Frühzeit des Künstlers sind übermäßige Gesten, ausladende Schritte, die Typisierung bärtiger Köpfe und das Vornüberbeugen knieender Figuren. Die fernen, phantastischen Landschaftsausblicke sind meist isoliert, wenig ausformuliert und schnell hingepinselt. Es mangelt ihm etwas an den atmosphärischen und farblichen Qualitäten seines Bruders Dosso, der sich mehr an der venezianischen Malweise Giorgiones (1477/78-1510) und Tizians (1488/90-1576) orientierte und nicht an der römischen wie Battista. Stilistisch vergleichbare Werke finden sich in Bergamo - Pinacoteca dell'Accademia Carrara, in Rom - Museo Galleria di Villa Borghese und in der Fondazione Giorgio Cini in Venedig. Format, Motiv, Ausführung und Vergleichsbeispiele lassen eine Datierung des Gemäldes um 1520 annehmen. Kleinformatige Altartäfelchen wie das Bild der Residenzgalerie Salzburg dienten der privaten, stillen Andacht und wurden auch auf Reisen mitgeführt. 

 

Literatur
Gabriele Groschner, Thomas Habersatter, Erika Mayr-Oehring (Hrsg.): Meisterwerke. Residenzgalerie Salzburg. Salzburg 2001, S. 64

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