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Italienischer Barock

Auferstehung

Bildinformation:

Auferstehung

Nach 1665
Öl/Leinwand, 114 x 116 cm

Inv. Nr.285

Künstler:

GIORDANO Luca

1632 Neapel - 1705 Neapel

GIORDANO Luca
Die Aneignung verschiedener Malweisen und deren virtuose Umwandlung in eine eigene ausdrucksstarke Bildsprache war das künstlerische Konzept Luca Giordanos. Sein Frühwerk stand ganz unter dem Einfluss des Werkes von Jusepe de Ribera (1590- 1652), jedoch ohne dessen tiefdüsteren Ernst. 1665 wurde er Mitglied der Malergilde in Neapel, wo er neben Rom, Florenz, Venedig und Bergamo hauptsächlich tätig war. Mit sicherem Gespür orientierte sich Giordano in dieser Zeit an der Formgebung und am Kolorit von Malern wie Guido Reni (1575-1642) und Peter Paul Rubens (1577-1640). Der Neapolitaner war berühmt für seine rasante Malweise (fá presto) und die daraus resultierende große Produktivität. Am Höhepunkt seiner Karriere 1692 bis 1702 schuf er als Hofmaler von König Karl II. in Madrid und Toledo umfangreiche Freskenzyklen. Giordanos Malerei war als Bindeglied zwischen römischem Hochbarock und Rokoko von bedeutender Vorbildwirkung auf die venezianischen Maler des 18. Jh.s und auf die österreichischen und süddeutschen Barockmaler.

 

Auferstehung
Gewaltig ist die Kraft, die den transformierten Leib Christi aus dem verschlossenen Grab hinauf ins Licht trägt. Die aus dem Schlafe gerissenen Soldaten im dunklen Vordergrund werden Zeugen des Mysteriums und weichen entsetzt zurück. Die Bewegung des Stürzens und Auffahrens steigerte Giordano mit starken Richtungskontrasten und wechselnder Perspektive, wodurch gemeinsam mit dem dramatischen Helldunkel die Ausdruckskraft der auffallenden Interpretation des in den Evangelien nicht geschilderten Geschehens erhöht wird. Das Aufreißen des Himmels setzte Giordano sinnfällig mit großer kreisender Bewegung des Pinsels um und führt überzeugend die göttliche Herrlichkeit vor Augen. Spontaneität und Bravour der Handschrift werden zum künstlerischen Eigenwert. Eine Zeichnung zu diesem Gemälde befindet sich in der Graphischen Sammlung des Hessischen Nationalmuseums Darmstadt, Inv. Nr. AE 1886. Zwei früher, ca. 1665, entstandene, vergleichbare Altarbilder, befinden sich in der Kirche Santa Maria del Buonconsiglio, Neapel, sowie im Santuario di Monte Berico, Vicenza. Als Vorbild dieser Werke wird ein Altarbild Caravaggios aus dem Jahre 1609 in der Kapelle Fenaroli in Sant' Anna dei Lombardi in Neapel, 1805 zerstört, angeführt.

 

Literatur
Gabriele Groschner, Thomas Habersatter, Erika Mayr-Oehring: Meisterwerke. Residenzgalerie Salzburg, Salzburg 2001, S. 66

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