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Italienischer Barock

Schlafendes Kind

Bildinformation:

livecam44 Schlafendes Kind

Öl/Leinwand, 34,6 x 47,5 cm

click Inv. Nr.567

go here Künstler:

STROZZI Bernardo

1581/82 Genua - 1644 Venedig

see url  STROZZI Bernardo
Der bedeutende Genueser Barockmaler, genannt „il Prete Genovese", verbrachte den Großteil seiner Schaffenszeit in Venedig. 17-jährig trat er in den Kapuzinerorden ein, war seit 1610 Weltpriester, zwischen 1614 und 1621 Hafeningenieur der Republik Genua und ließ sich 1633 in Venedig nieder. Wichtig für seine üppige, malerische Ausdrucksweise war, neben in Genua tätigen Caravaggisten sowie lombardischen Malern wie Giulio Cesare Procaccini (1570- 1625) vor allem Federico Barocci (1535- 1612). Anregungen für die Wahl seiner Bildthemen, u. a. Küchenstücke, fand der Künstler vermutlich in der großen flämischen Künstlerkolonie in Genua. Die venezianische Settecentomalerei verdankt Strozzi wichtige Impulse.

 

Schlafendes Kind
Mit geröteten Backen liegt das Kind in tiefem Schlaf, seine kleinen Finger scheinen sich im Traum zu bewegen. Strozzi verzichtete auf ablenkendes Beiwerk und baute die Komposition in einem knappen Bildausschnitt nahsichtig am Bildvordergrund auf. Effektvoll modellierte er vor dunkler Hintergrundfläche mit dem breiten Borstenpinsel in einer Bleiweißaus- mischung Häubchen, Hemd und Kissen. Die pastosen Weiß- und Cremetöne lassen den groben Pinselauftrag sehen, der sich gleichsam als autonome Handschrift des Künstlers erweist. Rubens Genueser Aufenthalt im Jahre 1607 beeinflusste Strozzi in seinem Kolorit zu wärmeren Tönen zu wechseln. Kontrastreich verteilte dieser die warmen Rottöne. Das leuchtende Rot der Decke, in die das Kind eingehüllt ist, bildet einen reizvollen Zusammenklang mit dem rosigen Inkarnat und dem zarten Rot der Korallenarmbänder. Dieser Schmuck an beiden Handgelenken soll vor Krankheiten und üblen Einflüssen schützen. Souverän führte Strozzi in der konzentrierten sowie sehr realistischen Umsetzung eines eher seltenen, jedoch sehr reizvollen Sujets seine kraftvolle malerische Ausdrucksweise vor. Mit seiner überzeugenden Darstellung der Wonne des Schlafes schenkt der Künstler dem Betrachter ein sinnliches Erlebnis.

 

Literatur
Gabriele Groschner, Thomas Habersatter, Erika Mayr-Oehring (Hrsg.): Meisterwerke. Residenzgalerie Salzburg. Salzburg 2001, S. 72

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