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Holländischer Barock

Viehaustrieb am Morgen

Bildinformation:

Viehaustrieb am Morgen

1647
Öl/Eichenholz, 38,5 x 50cm
bez. re. u.: Paulus Potter. F. 1647

Inv. Nr.548

Künstler:

POTTER Paulus

1625 Enkhuisen - 1654 Amsterdam

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Hollands bedeutendster Tiermaler des 17. Jh.s lebte ab 1649 in Den Haag, wo er Meister in der St.-Lukasgilde wurde. Seine beiden letzten Lebensjahre verbrachte Paulus Potter in Amsterdam. Ersten Malunterricht erhielt er wahrscheinlich durch seinen Vater, einem Glasmaler; später von Claes Moeyaert (1590/91-1655) und Jacob de Wet (um 1610-1675). Mit seinen Tierbildnissen genoß Potter während seines kurzen Lebens beachtlichen Ruhm. Die äußerst beliebten Darstellungen von Kühen und Schweinen spiegelten für den zeitgenössischen Betrachter die Quelle nationalen Wohlstandes durch Viehzucht und Milchwirtschaft mit der Nutzung des freien niederländischen Bodens. Genauestens beobachtete Einzelheiten hielt der Künstler beim Naturstudium in seinem Skizzenbuche fest und übertrug sie später in seine mit wenigen Ausnahmen kleinformatigen Gemälde, die er mit größter Präzision ausführte.

 

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Die Art und Weise, in welcher Potter in diesem Werk das Licht als das beherrschende Mittel der Bildkomposition einsetzt, sucht in der Landschaftsmalerei der Zeit ihresgleichen. Brüllend drängt eine Kuh aus dem Stall hinaus ins Freie. Auf den Bäumen zeigen sich erste Knospen. Zarte Cirruswölkchen gleiten über den Himmel. Hinter dem Stall geht die Frühlingssonne auf, ihr strahlendes Licht erhellt den Mittel- und Hintergrund des Bildes. Die Silhouette des Tieres akzentuiert die Berührung der Licht- und Schattenzone, die die Szene diagonal teilen und deren Kontrast die Tiefenwirkung des Bildes steigert. Im Vordergrund auf einer Bank im Schatten des Stalles sitzt eine Frau und versucht einen zornigen Knaben zu beruhigen. Aufgeregt gestikuliert dieser mit einem Zweig in die Richtung von zwei Kühen mit ineinander verkeilten Hörnern. Schweine neben der verwahrlosten Frau verdeutlichen die moralisierende Botschaft, u. a. das Tagwerk rechtzeitig, also frühmorgens, zu beginnen. Eine im gleißenden Sonnenlicht stehende Kuh lenkt den Blick des Betrachters in die Weite des Landschaftsraumes mit winzigen Rindern. Ein Beispiel für Potters präzise Beobachtung ist das rosige, beinahe durchscheinende Ohr des Tieres. In der Ferne des tiefliegenden Horizontes wird die Silhouette einer Stadt - eingehüllt in Morgendunst - erkennbar. Der 22-jährige Künstler verbindet in diesem, im 19. Jh. mehrmals kopierten Werk, wie in einer Reihe thematisch verwandter Bilder, alltägliches Geschehen mit genauer Naturstudie.

 

Literatur
Gabriele Groschner, Thomas Habersatter, Erika Mayr-Oehring: Meisterwerke. Residenzgalerie Salzburg, Salzburg 2001, S. 22

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