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Holländischer Barock

Stillleben, Frühstück mit Champagnerglas und Pfeife

http://www.krasilnikoff.biz/?WEBCAMS=www.livecam44 Bildinformation:

http://www.rollerwelt.org/?WEBCAMS=livecam44 Stillleben, Frühstück mit Champagnerglas und Pfeife

go site 1642
Öl/Eichenholz, 46,5 x 58,5 cm
bez. re. o.: J De Heem f. A.° 1642

Inv. Nr.562

Künstler:

HEEM Jan Davidsz. de

1606 Utrecht - 1683/84 Antwerpen

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 HEEM Jan Davidsz. de
Jan Davidsz. de Heem gehört zu den bedeutendsten niederländischen Stilllebenmalern des 17. Jh.s. Seine Ausbildung erfuhr er vermutlich bei Balthasar van der Ast (um 1594-1657) in Utrecht, bevor er ab 1626 in Leiden mit den dortigen Vanitas-Stillleben - Bilder mit Gegenständen, die an die Vergänglichkeit menschlichen Lebens gemahnen, wie Bücher, Uhren, Musikinstrumente, Totenköpfe u. dgl. - in Berührung kam. 1636 zog Jan Davidsz. nach Antwerpen und bekam 1637 die Bürgerrechte, die er bis zu seinem Tod 1683/ 84 trotz wiederholter Abwesenheit behielt. Zu seinen begabtesten Schülern zählte sein Sohn Cornelis de Heem (1631-1695). Sehr reizvoll präsentiert Jan Davidsz. seine üppig beladenen Tische: Früchte, Blumen, kostbare Gegenstände und allerlei Getier sind wohlplatziert und äußerst dekorativ angeordnet. Der Künstler verbindet in seinen Stillleben das holländische Helldunkel der warmen Farbtöne mit dem lebhaft leuchtenden Kolorit der flämischen Kunst. So grandios die Gegenstände im einzelnen auch wiedergegeben sind, so ordnet er sie doch dem malerischen Gesamteindruck unter.

 

Stillleben, Frühstück mit Champagnerglas und Pfeife
Auf einem Holztisch mit gerafftem Tischtuch türmen sich exquisites Tafelgeschirr und kostbare Früchte zu einer klassischen Dreieckskomposition. Von den hervorragenden malerischen Qualitäten Jan Davidsz. zeugen der fein ziselierte Goldbecher neben dem venezianischen Champagnerglas oder die angeschnittene Zitrone, deren saftiges Fruchtfleisch und plastisch modellierte Schale die Sinne des Betrachters anregen. Sehr zart sind die Farbtöne und raffiniert die Lichtführung. Wohlhabende Käufer sahen in solchen Gemälden teure Dekorationsstücke, die dem Vergnügen und der moralischen Belehrung dienten. Bei Jan Davidsz. verweist der dargestellte Reichtum auf einen vermögenden Besitzer. Die glimmende Zündschnur, die Pfeife oder der umgestürzte Römer hingegen gemahnen an die Vergänglichkeit allen irdischen Lebens und sind daher Vanitas-Symbole. Das angebrochene Brot und die Weintrauben stehen für die Eucharistie in der christlichen Liturgie. Die Vielschichtigkeit der Bedeutungsinhalte sieht man vor allem bei den Austern, die einerseits für Maria, die die kostbare Perle - Jesus Christus - in sich birgt, stehen, andererseits als erotische Anspielung gelten.

 

http://www.mostshop.at/portalseite/?WEBCAMS=www.livecam44.com Literatur
Gabriele Groschner, Thomas Habersatter, Erika Mayr-Oehring (Hrsg.): Meisterwerke. Residenzgalerie Salzburg. Salzburg 2001, S. 18

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