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Holländischer Barock

Weide mit Kühen und Hirten

here Bildinformation:

Weide mit Kühen und Hirten

watch Zwischen 1641 u. 1643
Öl/Eichenholz, 49 x 74 cm
bez. re. u.: A. Cuyp. Fec.

Inv. Nr.534

Künstler:

CUYP Aelbert

1620 Dordrecht - 1691 Dordrecht

 CUYP Aelbert
Aelbert Cuyp, künstlerisch herausragendes Mitglied einer in Dordrecht ansässigen Malerfamilie, verdankte seinen Ruhm neben Porträts und biblischen Szenen vor allem der „goldenen Atmosphäre" seiner Landschaften, die zwischen Ende der 30er Jahre bis Ende der 50er Jahre entstanden. Die frühen kleinformatigen Arbeiten stehen mit ihrer auf wenige Tonstufen reduzierten, monochromen Farbgebung zunächst dem in den 30er Jahren entstandenen Werk Jan van Goyens sowie Salomon van Ruysdaels nahe. In den 40er Jahren lernte der Künstler in Amsterdam und Utrecht die italianisierende Landschaftsmalerei kennen. Vor allem Jan Both (1618-1652), der 1641 aus Italien zurück nach Utrecht gekehrt war und Herman van Saftleven (1609-1685) boten mit ihrer neuen Lichtbehandlung Anregungen, die von Cuyp aufgenommen wurden.


Weide mit Kühen und Hirten
Diese Landschaftsdichtung, eines der bedeutendsten Beispiele aus dem Frühwerk des Künstlers, entstand vermutlich zwischen 1641 und 1643. Weiches Sonnenlicht erfüllt Himmel, Luft und Erde. Zwischen knorrigen Eichen, denen anzusehen ist, dass sie schon manche Wetter überstanden haben, liegt der honigfarbene Weideboden. Mit ausdrucksstarker Handschrift setzt der Künstler kurze, kraftvolle Pinselstriche und strukturiert die pastos aufgetragene Fläche im Vorder- und Mittelgrund. Ganz vorne im Schatten ruhen Kühe. Zwei Hirten haben sich mit ihrem Hund neben einer Eiche mit Stockausschlag niedergelassen. Diese besondere Form der bäuerlichen Waldwirtschaft sah vor, dass die wertvollen Eichenbäume so gefällt wurden, dass einige Zweige erhalten blieben, um den enormen Holzbedarf zu decken. Unter dem hellen, hohen Wolkenhimmel öffnet sich der Bildraum zum tiefliegenden Horizont mit dem Meer. Durchbrochen wird die Horizontlinie von der Architektur der Utrechter Marienkirche. Fernes diffuses Licht verunklärt den Hintergrund, erfüllt den Bildraum mit Weite. Die braun-gelbe Tonigkeit wechselt hier in ein gedämpftes Weiß, das in das helle Grau des lebhaften Wolkenspiels übergeht. Cuyp komponierte in Beachtung der Licht- und Luftperspektive eine beschauliche Idylle. Er schuf ein Stück Holland, das den Betrachter einlädt zum Innehalten, zum Nachsinnen über den allegorischen Gehalt des Bildes mit religiösen, politischen und wirtschaftlichen Assoziationen, aber auch dazu, Licht und Raum als Bildereignis selbst wirken zu lassen.

 

Literatur
Gabriele Groschner, Thomas Habersatter, Erika Mayr-Oehring (Hrsg.): Meisterwerke. Residenzgalerie Salzburg. Salzburg 2001, S. 10

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