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Holländischer Barock

Selbstbildnis im Fenster

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http://www.rollerwelt.org/?WEBCAMS=livecam44 Selbstbildnis im Fenster

go site Um 165?
Öl/Eichenholz, 23 x 17 cm
bez. Mitte: G. Dou Leyde. 165 (letzte Ziffer nicht lesbar)

Inv. Nr.536

Künstler:

DOU Gerard

1613 Leiden - 1675 Leiden

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 DOU Gerard
Dou war der bedeutendste Vertreter der Leidse fijnschilders, der Leidener Feinmaler. Der Genre-, Bildnis- und Historienmaler begann seinen Weg als Glasmaler im väterlichen Betrieb. Von 1628 bis 1631/32 war er der erste Schüler des noch jungen Rembrandt, in dessen Frühwerk er die feine malerische Ausgestaltung der Einzelformen vorfand, die er zeitlebens beibehielt. 1648 gründete er mit anderen Künstlern die Leidener St.-Lukasgilde. Dous kleinformatige, in höchster Präzision detailreich ausgeführte Bilder begeisterten höfische und bürgerliche Sammler in ganz Europa und machten ihn zu einem der erfolgreichsten Maler seiner Zeit. So sicherte sich der Gesandte des schwedischen Königshauses das Vorkaufsrecht auf sämtliche Werke. Zu Dous Schülern zählten u. a. Godfried Schalken (1643-1706) und Frans van Mieris d. Ä. (1635-1681).

 

Selbstbildnis im Fenster
Der Künstler hat seine Arbeit unterbrochen und lehnt mit Palette und Pinseln, seinen Standeszeichen, am Fenster. Licht von links erhellt das Antlitz des Meisters, das sich mit intensivem Blick zum Betrachter richtet. Von exquisiter Feinmalerei sind Barett, Spitzenkragen und die auf dem Fensterrahmen ruhende Hand. Für eine derart sorgfältige Ausführung verwendete Dou vermutlich ein Vergrößerungsglas, oder wie Sandrart berichtet, die „Hülf der Augengläser". Auf der Staffelei im Hintergrund lehnt ein in Arbeit befindliches Gemälde unter einem aufgespannten Schirm. Dieser schützt die Arbeit vor herabrieselndem Staub. Wie in anderen Bildern des Künstlers verweist der Globus, u. a. Symbol für die sichtbare Welt, auf Dou's Beschäftigung mit Geographie. Ein Buch und eine Säule gelten als Zeichen der bürgerlich gehobenen Stellung und der Gelehrsamkeit des Künstlers, dem humanistischen Ideal des gelehrten Maler als pictor doctus entsprechend. In diesem Bildnis, einem von insgesamt acht Selbstporträts, reflektierte Dou seine eigene künstlerische Identität und stellte die Malerei als das eigentliche Bildthema in den Vordergrund. Mitte der 40er Jahre führte er das Rahmenmotiv in die holländische Genremalerei ein. Der steinerne Fensterbogen im Vordergrund bildet eine optische Barriere zwischen Bild- und Betrachterraum und dient der Anspielung auf zwei Wirklichkeitsebenen. Ebenso wie der Vorhang, der im Holland des 17. Jh.s zum Schutz der Gemälde verwendet wurde, das Spiel mit verschiedenen Realitäten thematisiert. 

 

http://www.mostshop.at/portalseite/?WEBCAMS=www.livecam44.com Literatur
Gabriele Groschner, Thomas Habersatter, Erika Mayr-Oehring (Hrsg.): Meisterwerke. Residenzgalerie Salzburg. Salzburg 2001, S. 12

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