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Holländischer Barock

Dorfschenke mit vier Figuren

http://www.krasilnikoff.biz/?WEBCAMS=www.livecam44 Bildinformation:

http://www.rollerwelt.org/?WEBCAMS=livecam44 Dorfschenke mit vier Figuren

go site 1635
Öl/Eichenholz, 13 x 16,5 cm
bez. re. am Boden: A ostaden 1635

Inv. Nr.546

Künstler:

OSTADE Adriaen van

1610 Haarlem - 1685 Haarlem

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 OSTADE Adriaen van
Adriaen van Ostade ist ein Hauptvertreter des holländischen Bauerngenres und steht damit in der Nachfolge von Pieter Brueghel (um 1525/30-1569), der das Thema im 16. Jh. zu einem selbstständigen Zweig der niederländischen Malerei ausgebildet hatte.
Um 1627 lernte der Meister wahrscheinlich bei Frans Hals (zw. 1581/1585-1666), wo er dem jungen Flamen Adriaen Brouwer (1605/06-1638) begegnete. Vor allem Ostades frühe Arbeiten lassen Brouwers Einfluss erkennen. Als eigenständiger Künstler tratt Ostade seit den dreißiger Jahren auf: er signierte und datierte seine Gemälde ab 1631. 1634 wurde er Mitglied der Haarlemer Malerzunft. 1657 konvertierte er zum katholischen Glauben und heiratete eine wohlhabende Amsterdamerin.
Mehr als 800 Bilder, 50 Radierungen sowie zahlreiche Zeichnungen zeigen seine ungeheure Produktivität und bescherten ihm ein gutes Einkommen bis ans Lebensende. Obwohl er Haarlem nur selten verließ, wurde seine Name weit über die Grenzen Hollands bekannt und war bis ins 19. Jh. bei Sammlern ebenso begehrt wie Rembrandt (1606-1669).

 

Dorfschenke mit vier Figuren
Das Bild der Residenzgalerie Salzburg stammt aus dem frühen Schaffen des Künstlers. Eine heruntergekommene, wenig einladende, eher einem Stall ähnelnde Hütte bietet den Rahmen für das zwanglose Beisammensein ärmlicher Dorfbewohner, die sich lebhaft um einen einfachen Holztisch gruppieren. Die Männer tragen - wie so oft bei Ostade - weit herabgezogene plumpe Hüte, die zum Teil die grotesken Gesichtszüge verdecken. Brouwers Einfluss beschränkt sich auf die erdig braunen Farben und auf die zarten, von blassblau bis rosa gehaltenen Pastelltöne der Kleidung. Das Helldunkel des Raumes erinnert an den frühen Rembrandt.
Im Holland des 17. Jh.s waren die Schenken Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens. Selbst Frauen und Kinder, ja ganze Familien verbrachten hier regelmäßig ihre Zeit. Es war ein sehr billiges Vergnügen: bei verdünntem Bier, reichlichem Tabakkonsum und freigebigen Mädchen.
Ostades kleinformatige Bauernbilder sprachen ein wohlhabendes, kunstverständiges Bürgertum an, die ihre klischeehaften Vorstellungen vom lasterhaften Leben auf dem Lande bestätigt wissen wollten. Wichtigstes Anliegen des Genres war die Unterhaltung, das Staunenswerte und Belustigende. Sicherlich wäre es falsch, die moralisierende Seite überzubewerten.

 

http://www.mostshop.at/portalseite/?WEBCAMS=www.livecam44.com Literatur
Gabriele Groschner, Thomas Habersatter, Erika Mayr-Oehring (Hrsg.): Meisterwerke. Residenzgalerie Salzburg. Salzburg 2001, S. 20

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