Deutsch - English

Französischer Barock

Träumende Schäferin

http://www.dastu.polimi.it/?CAMS=web-cam-for-teens Bildinformation:

Träumende Schäferin

Nach 1760 - um 1763
Öl/Leinwand, 56,9 x 46,5 cm

Inv. Nr.587

see url Künstler:

follow BOUCHER François

1703 Paris - 1770 Paris

go to link

 BOUCHER François
Als raffinierter Interpret galanter Szenen war François Boucher einer der begehrtesten Künstler am Hofe Ludwigs XV. und erwählter Liebling von Madame de Pompadour, der politisch sehr einflussreichen Mätresse des Königs. Boucher lernte Anfang der 20er Jahre beim Maler François Lemoyne, der ihn, ebenso wie die in Paris weilenden Venezianer Sebastiano Ricci (1659-1734) und Gian Antonio Pellegrini (1675-1741), den Sinn für elegante und leichte Kompositionen sowie helle und leuchtende Farben lehrte. Bereits 1723 gewann der Künstler den Grand Prix der Académie de Peinture et de Sculpture. Zwei Jahre später fertigte er für den Kunstsammler Jean de Jullienne Kupferstiche nach Watteau an. In Begleitung der Gebrüder Van Loo und Dandré-Bardon reiste Boucher 1727 nach Rom. Nach seiner Rückkehr wurde er 1731 Mitglied der Akademie. Seit 1735 arbeitete der Maler für Ludwig XV. und lieferte Entwürfe an die Gobelinmanufaktur von Beauvais, deren Aufsicht er ab 1755 inne hatte. 1765 wurde Boucher zum „Premier peintre du roi" - zum „Ersten Hofmaler des Königs" ernannt.

 

Träumende Schäferin
Schäferszenen - so genannte Pastorale -, die in Frankreich vor dem 18. Jh. als Genre ausschließlich in literarischer Form existierten, kennzeichnen die französische Malerei unter Ludwig XV. Hervorgegangen sind sie aus den „fêtes galantes" - den galanten Festen von Antoine Watteau (1684-1721), der die höfische Gesellschaft vergnügt in parkähnlichen Landschaften darstellt, und den „fêtes champêtres" - den ländlichen Festen von Jean-Baptiste Pater (1695-1736), der Höfisches und Bäuerliches miteinander verbindet. Erst Boucher schafft qualitätsvolle Pastorale, fixiert gleichsam Normen für das Genre, und zeigt idealisierte Szenen aus dem Liebesleben galanter Schäfer und Schäferinnen. Im Salzburger Bild sitzt eine junge „Träumende Schäferin" in einer üppigen Vegetation, angelehnt an eine vom grünen Dickicht überwucherte Steinmauer. Die leicht geöffnete Bluse, das tiefe Dekolleté und die geröteten Wangen lassen ihre Gedanken erahnen. Zu bloßen Füßen findet sich ein duftender Blumenkorb. Der Betrachter wird entführt in eine Welt der Glückseligkeit und Idylle. Boucher ist ein Meister schlüpfriger Szenen und spielt mit zahlreichen sinnlichen Reizen: dem Inkarnat der hellen Haut, den geschmeidigen Stoffen, den Farben oder etwa der Ausleuchtung des Gemäldes. Ein Vergleich mit der seitenverkehrten Grafik des Bildes und einem 1763 datierten Ovalgemälde zeigt, dass das Salzburger Bild in der Spätzeit des Künstlers, nach 1760 - um 1763, entstanden ist.

 

http://www.avesco.ch/informationen/suche/?CLICK-to-CAMS=www-livecam44com Literatur
Gabriele Groschner, Thomas Habersatter, Erika Mayr-Oehring (Hrsg.): Meisterwerke. Residenzgalerie Salzburg. Salzburg 2001, S. 76

Besuchen Sie uns auf:Facebook YouTube