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Französischer Barock

Brunnen auf einer Schlossterrasse

Bildinformation:

Brunnen auf einer Schlossterrasse

Öl/Leinwand, 28,4 x 40,4 cm

Inv. Nr.495

Künstler:

ROBERT Hubert

1733 Paris - 1808 Paris

http://blaupunkt.com/?games=online-porn-game ROBERT Hubert
Hubert Roberts malerisches Talent veranlasste 1754 den königlichen Gesandten Marquis de Stainville, dem späteren Duc de Choiseul, den Künstler mit nach Rom zu nehmen, wo Robert durch Fürsprache seines Gönners ein offizielles Stipendiat an der französischen Akademie erhielt. Robert avancierte unter dem Einfluss der italienischen Künstler Giovanni Battista Piranesi (1720-1778), vor allem aber Giovanni Paolo Pannini (1691/92-1765) zum begehrten Ruinenmaler der vornehmen Gesellschaft. Mit seinem französischen Kollegen Jean-Honoré Fragonard (1732-1806) verband Robert eine enge Freundschaft. Gemeinsam durchwanderte man die Gegend um Rom, durchforschte antike Ruinen und zeichnete vor Ort zahlreiche Landschaftsansichten. 1765 kehrte der Künstler nach Paris zurück, wurde ein Jahr später Mitglied der Akademie und 1784 Konservator der königlichen Gemäldesammlungen. Er begrüßte die Französische Revolution, hielt aber dem Hof gegenüber die Treue, was zu einem Gefängnisaufenthalt führte. 1794 kam er wieder frei und durfte in sein Atelier im Louvre zurückkehren.

 

Brunnen auf einer Schlossterrasse
Zur Zeit als Robert in Rom weilte, begann man in der zweiten Jahrhunderthälfte die kurz zuvor entdeckten antiken Städte Herculaneum (1738) und Pompeji (1748) in größerem Umfang systematisch auszugraben. Rasch zogen die sensationellen Funde touristische Liebhaber des Altertums aus ganz Europa an und steigerten die Nachfrage nach antiken Gegenständen oder nachgemachten Souvenirs sowie bildlichen Darstellungen ruinöser Paläste und Tempelanlagen. Robert wusste diese Modeerscheinung mit großer technischer Gewandtheit in seinen kleinformatigen Gemälden umzusetzen. Er schuf phantastische Landschaftsbilder mit romantisch gelegenen Bauwerken und pittoresken Motiven, die nichts mehr mit der Wirklichkeit gemeinsam hatten. Wie in dem Bildnis „Brunnen auf einer Schlossterrasse" bettet der Maler pastorale Szenen in eine kulissenartige Architektur ein. Der schräg gewachsene, knorrige Baum am rechten Bildrand, die leicht ruinösen und teilweise überwachsenen Mauern der Terrassenanlage sowie die im Brunnenbecken Wäsche waschenden Frauen und flanierenden adeligen Damen und Herren entführen den Betrachter in eine liebliche Schäferidylle, so wie ehedem die aristokratische Gesellschaft gerne gelebt und sich gerne gesehen hätte: das Idealbild einer Wunschvorstellung in einer Traumlandschaft - entrückt jeglicher politischen Realität.

 

Literatur
Gabriele Groschner, Thomas Habersatter, Erika Mayr-Oehring (Hrsg.): Meisterwerke. Residenzgalerie Salzburg. Salzburg 2001, S. 84

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