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Französischer Barock

Seestück mit Sonnenuntergang

Bildinformation:

Seestück mit Sonnenuntergang

Öl/Leinwand, 119 x 166,5 cm

Inv. Nr.437

Künstler:

LOUTHERBOURG Jacques Philippe de

1740 Straßburg - 1812 Chiswick bei London

LOUTHERBOURG Jacques Philippe de
Sohn eines Miniaturmalers, der 1755 mit der Familie nach Paris übersiedelte, wo Loutherbourg seine Ausbildung bei Carle van Loo (1705-1765), dem Stecher Jean Georges Wille (1715-1808) und dem Schlachtenmaler François Joseph Casanova (1727-1802) absolvierte. Inspiriert von den holländischen Landschaftsmalern Philips Wouwerman (1619-1668) und Nicolaes Berchem (1620-1683), nahm der junge Künstler 1763 mit großem Erfolg an der Pariser Salonausstellung teil. Vom berühmten Kunstkritiker Denis Diderot überschwenglich gefeiert, erfolgte 1766 die Ernennung zum „peintre du roi" und 1768 die Aufnahme in die Académie des Beaux-Art. Seit 1772 war der Künstler in London ansässig und als Bühnenmaler am Drury Lane Theater tätig. 1781 wurde er Mitglied der Royal Academy.
Zahlreiche Reisen führten Loutherbourg in die wilden Naturlandschaften der Schweiz, nach Wales, Derbyshire oder etwa den Lake District.
Loutherbourgs Œuvre umfasst Tierbilder, Porträts, Schlachtenszenen, biblische Darstellungen, idyllische Landschaften, Naturkatastrophen und Schiffbrüche. Der künstlerische Einfluss reicht bis in die Malerei der englischen Romantik.

 

Seestück mit Sonnenuntergang
In seinem Gemälde vermittelt Jacques Philippe de Loutherbourg, der im Marinemaler Claude Joseph Vernet (1714-1789) ein Vorbild sah, südliches Flair. Das Bild ist gut vergleichbar mit  dem Werk von Vernet in der Residenzgalerie Salzburg. Obwohl Loutherbourg im Gegensatz zu Vernet ein großes Bildformat wählte, folgt er jenem im Bildaufbau: Zerklüftete, hoch erhobene Felsen, an deren steilen Abhängen markant eine Festung errichtet ist, sowie eine ferne Stadt nehmen die gesamte linke Bildhälfte ein; rechts blickt man auf eine holländische Fregatte, hinter der sich im Dunst der südlichen Atmosphäre und der untergehenden Sonne die Meereslandschaft verliert. Im Vordergrund sind es zahlreiche Fischer, die verschiedenen Tätigkeiten nachgehen und dem Bild die nötige Natürlichkeit verleihen.
Genau das war es, was die Auftraggeber aus ganz Europa, speziell die englische und französische Aristokratie sowie die holländischen Kaufleute an den Gemälden Loutherbourgs schätzten: der verklärte Blick auf südliche Gefilde, die Sehnsucht nach der Ferne -  im 18. Jh. besonders Italien.

 

Literatur
Gabriele Groschner, Thomas Habersatter, Erika Mayr-Oehring (Hrsg.): Meisterwerke. Residenzgalerie Salzburg. Salzburg 2001, S. 82

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