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GEMÄLDEBESTAND

Forschungsprojekt 2017 - 2019

DIE GEMÄLDE DER LEIDENER UND HAARLEMER SCHULE AUS DER RESIDENZGALERIE SALZBURG

naturwissenschaftliche Untersuchungen, kunsthistorische Interpretation

Kooperationspartner: Naturwissenschaftliches Labor des KHM Wien und Universität für Bodenkultur Wien

Thema: naturwissenschaftliche Untersuchungen von Gemälden der Leidener und Haarlemer Schule aus dem Altmeister-Bestand der Residenzgalerie Salzburg.

Das Projekt umfasst Gemälde der niederländischen Malerei aus dem Umkreis Rembrandts (Zeitraum 1620 – 1640) mit besonderer Berücksichtigung der tonalen Malerei der Leidener und Harleemer Schule.


Projektleitung:
Dr. Gabriele Groschner
Forschungsreferentin Residenzgalerie
Land Salzburg
Abt. Kultur, Bildung und Gesellschaft
Referat Volkskultur, kulturelles Erbe und Museen

Franziskanergasse 5a
5020 Salzburg, Austria
Phone: +43 662 8042 2623
Mobile: +43 664 50 44 923
mailto: gabriele.groschner@salzburg.gv.at
>>Hompage Land Salzburg<<




REMBRANDT
und Rembrandt-Schule
Mehrjähriges Forschungsprojekt, Abt. 2
Zum Gemäldebestand Alter Meister, Salzburger Landessammlung in der Residenzgalerie Salzburg im DomQuartier


Teil 1
REMBRANDT. Unter der Farbe

Rembrandt Harmensz. van Rijn, (1606 Leiden – 1669 Amsterdam)
Betende alte Frau, um 1629/1630
Öl auf Kupfer, 15,4 x 12,2 cm
Sign.: R (?), Inv. Nr.: 549


   
 
Projektleiterin: Gabriele Groschner
 
Kooperationspartner: Naturwissenschaftliches Labor des Kunsthistorischen Museum Wien
 
Sponsor: XGLab. X and Gamma Ray Electronics, Mailand
 
Förderung: Land Salzburg (Abt. 2; Referat 2/04)
 

PROJEKTBESCHREIBUNG

Neue Fragen und Untersuchungstechniken zu Arbeitsabläufen und Materialwahl bringen neue Einsichten und schärfen den Blick auf neue Aspekte der kunstgeschichtlichen Betrachtung, die einen Blick unter die „Haut“ des Rembrandt-Bildes gewährt. Neue Fragestellungen und mit neuen technischen Untersuchungsmethoden dokumentieren nun zum ersten Mal Arbeitsprozess und Idee des Meisters in diesem Gemälde.
In diesem Forschungsprojekt wird der Provenienz, Malmaterialien, Textur, Bildgattung (Tronie), Besonderheiten seiner Charakterstudien, Werkstattablauf, zeitgenössische Rezensionen, kulturhistorischer Hintergrund und Rembrandts Künstlerumfeld in seiner Heimatstadt Leiden nachgegangen.
 
Das Gemälde von Rembrandt Harmensz. van Rijn „Betende alte Frau“ – auch „Rembrandts Mutter“ genannt – ist hinsichtlich der Malmaterialien eine Besonderheit. Auf einer vergoldeten Kupferplatte gemalt, zeigt das Bild das herausragende technische Know-how des Künstlers. Zudem ist das kleine Bildnis eine Charakterstudie oder einfiguriges Historienbild, eine sogenannte Tronie, das zu seiner bevorzugten Bildgattung in Leiden wurde. Die Empathie, mit der Rembrandt das Modell zeigt, ist einzigartig.
Das Bild wurde Anfang der 1980er-Jahre gemeinsam mit 69 anderen wertvollen Gemälden aus der Wiener Adelssammlung Czernin für die Salzburger Landessammlung erworben.
Die  „Betende alte Frau“ gehört zu einer Dreier-Reihe von kleinformatigen Tronien (Mauritshuis, Den Haag und Nationalmuseum Stockholm), die auf vergoldeter Kupferplatte gemalt wurden. Lediglich das Salzburger Gemälde wurde vom Rembrandt Research Project bei der Untersuchung am 3. Juni 1970 als unzweifelhaft echt angesehen. Neuere Untersuchungen konnten die Meinung bzgl. der Authentizität des Niederländischen bzw. Stockholmer Bildes revidieren.
Dieser äußerst ungewöhnliche Bildträger, eine mit hauchdünnem Blattgold überzogene Kupferplatte, stellt im Werk des Künstlers sowie in der gesamten Geschichte der Kunst eine Besonderheit dar.
Die neusten Untersuchungen am Salzburger Bild lassen vermuten, dass es möglicherweise Unterschiede zu den beiden anderen Bildern, vor allem bezüglich der Präparierung des Bildträgers, gibt.
Die Ergebnisse des Forschungsprojektes werden publiziert und in einer medien-didaktischen Ausstellung (REMBRANDT.Unter der Farbe, 13.11.2016–26.06.2017) in der Residenzgalerie im DomQuartier gezeigt.

TECHNISCHE UNTERSUCHUNGEN

Bereits 2014/15 wurde mit dem Forschungsprojekt am Bild „Betende alte Frau“ von Rembrandt begonnen. Dazu wurden im Sommer 2016 zum ersten Mal umfassende technische Untersuchungen einer Röntgenfluoreszenzanalyse und einer Infrarotspektografie durchgeführt.
Die Ergebnisse werden in der Rembrandt-Database (RKD, Rijksbureau voor Kunsthistorische Dokumentatie) zur Verfügung gestellt.
Infrarot-Reflektographie
Die Aufnahmen der Infrarotreflektografie wurden von der Restaurierwerkstätte des Kunsthistorischen Museums Wien durchgeführt.
Diese Aufnahmen zeigten nicht nur die zahlreichen Farbschichten, die Rembrandt immer wieder mit virtuosem Auftrag übereinanderlegt, sondern es kamen ebenso Ansätze einer fragmentarischen Unterzeichnung zu tage, die darauf hinweisen, dass Rembrandt eine leicht veränderte Komposition in der „Betende alten Frau“ vorsah.
Röntgen-Floureszenzanalyse
Eine der inzwischen meist etablierten Methoden zur Analyse von Kunstwerken ist die Röntgenfluoreszenzanalyse (RFA), bei der bereits Messungen durchgeführt werden können, die die Malsubstanz nicht beschädigen.
Die Aufnahmen der Röntgenfluoreszenzanalyse wurden von Michele Gioronda und Luca Bombelli der Mailänder Firma XGLab. S.R.L. - Spinoff del Politecnico di Milano durchgeführt. Ausgewertet wurden diese Arbeiten von Dr. Katharina Uhlir aus dem naturwissenschaflichen Labor des kunsthistorischen Museums Wien.

      

Die Ergebnisse werden in einer Publikation und didaktischen Ausstellungspräsentation gezeigt.




KONSERVIERUNG

HOLZTAFELBILDER 2015 – 2016
Restaurierungsprojekt 2015/16
Neumontage der Holztafeln im Zierrahmen

Dr. Erika Oehring

Mag. Gerhard Walde
Konservierung und Restaurierung historischer & zeitgenössischer Kunst, Wien

Die Residenzgalerie Salzburg besitzt 81 Holztafel-Bilder (16. -19. Jh.) Diese Gemälde reagieren in den historischen Räumlichkeiten auf Klimaschwankungen äußerst sensibel, die unter anderem durch zunehmenden Besucherstrom verstärkt werden.
Ziel des Restaurierungsprojektes ist es, durch eine speziell neu entwickelte, auf die jeweilige Holztafel abgestimmte Montagetechnik mit flexibel definiertem Druck, dem hölzernen Bildträger eine kontrollierte Bewegung (Ausdehnung / Schrumpfung) zu ermöglichen.

Förderung des Bundeskanzleramtes Österreich (Abt. VI/4 Kulturförderung)


 

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