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Flämischer Barock

Dorflandschaft mit Figuren und Kühen

Bildinformation:

Dorflandschaft mit Figuren und Kühen

Öl/Kupfer, 10,7 x 16,9 cm

Inv. Nr.559

Künstler:

BRUEGHEL Jan der Ältere

1568 Brüssel - 1625 Antwerpen

BRUEGHEL Jan der Ältere
Landschaften, Mythologien, Allegorien, Blumen und Stillleben sind die Sujets des auch Samt- oder Blumenbrueghel genannten zweiten Sohnes von Pieter Bruegel d. Ä. (1520/25-1569). Während seines Aufenthaltes 1592-1595 in Rom schloss er Freundschaft mit Paul Bril (1554-1626), der seit 1582 hier lebte. Jan, 1601 Dekan der Antwerpener St.-Lukasgilde, war ab 1606 am Brüsseler Hof als Hofmaler Erzherzogs Albrecht von Österreich nachweisbar. Zusammenarbeit u. a. mit Hans Rottenhammer (1564-1625), Joos de Momper (1564-1635), Hendrik van Balen (1575-1632) und Peter Paul Rubens (1577-1640), mit welchem Jan eine enge Freundschaft verband. Brueghel zählt zu den wichtigsten Repräsentanten der flämischen Malerei um 1600. Gemeinsam mit anderen führte er die „Weltlandschaft" allmählich in die Richtung der „realistischen" Landschaft des 17. Jh.s. In der Folge entwickelte sich durch Jan van Goyen und Salomon van Ruysdael die weite Flachlandschaft zur klassischen Formation.

 

Dorflandschaft mit Figuren und Kühen
Mit feinster Pinselarbeit schildert der Künstler in kleinteiliger Präzision den unspektakulären Alltag in einem Dorf. Vereinzelte Häuser am Rande eines Laubwaldes säumen das Flussufer. Hier stehen einige Dorfbewohner plaudernd beisammen, dort wird ein Nutzgarten bestellt, eine Mutter beschäftigt sich mit ihren Kindern, Kühe weiden. Jan gibt die ländliche Bevölkerung durchaus graziös wieder. Hoch aufgeastete Bäume lassen auf eine intensive Holznutzung schließen, die sich u. a. an der Einfriedung des Gartens zeigt und die Aufmerksamkeit des Künstlers für sachliche Details verrät. In diesem Beispiel eines Sujets, das im Werk des Künstlers eine ganze Gruppe bildet, erschließen ein erhöhter Betrachterstandpunkt und die Windung des Wasserlaufes, dessen Farbigkeit zur Vereinheitlichung beiträgt, den Bild-raum. Bäume prägen als vertikale Elemente die in Brauntönen diagonal angelegte Schattenzone im Vordergrund ebenso wie Mittel- und Hintergrund. Seine bekannte Palette mit leuchtendem Gelb-Grün für den mittleren Bildraum und hellem, kalten Blau für die Ferne mit weiß gehöhten Wolken bestimmt die Farbgebung. Der blaue Dunst des Horizontes umhüllt die Silhouette einer Stadt. Jan deutet die Ferne nur an. Seine Dorfansicht ist der begrenzte Ausschnitt einer idyllischen Phantasielandschaft, ein kleines, unbeschwertes Stück Welt, gebannt auf eine kleine Kupferplatte.

 

Literatur
Gabriele Groschner, Thomas Habersatter, Erika Mayr-Oehring (Hrsg.): Meisterwerke. Residenzgalerie Salzburg. Salzburg 2001, S. 42

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