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Flämischer Barock

Das Jüngste Gericht

Bildinformation:

Das Jüngste Gericht

go to link ca. 1605-1610
Öl/Eichenholz, 47 x 32 cm
bez. li. u.: H J F.

Inv. Nr.1102, Kunsthistorisches Museum Wien

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source FRANCKEN Hieronymus II

1578 Antwerpen - 1623 Antwerpen

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Hieronymus II. ist der ältere Bruder von Frans Francken II. Er lernte bei seinen Onkeln Hieronymus I. (1540-1610) und Ambrosius I. (1544-1596). Ab 1607 war er als Freimeister der St.-Lukasgilde anerkannt und arbeitete ab 1616/17 als „ionckmann" im Hause seines Vaters Frans Francken I. (1542-1616). Durch die enorme stilistische Nähe der einzelnen Bilder der Francken-Familie, konnte das Werk des Hieronymus II. lange nicht identifiziert werden. Neben Frans Francken II. gilt er als der bedeutendste und interessanteste Maler dieser großen Künstlerfamilie. Hieronymus stellt in seinen Bildern bevorzugt Kunstkammern, Tanzgesellschaften und Stillleben, die so genannten monochromen „Banketjes", dar, und wiederholt figurenreiche Hexenszenen seines Bruders Frans II. Typisch für Hieronymus ist der breite Pinselstrich, wobei in der Farbgebung erdige Töne, wie Ziegelrot und verschiedene Braun-Nuancen, dominieren. Die beiden Brüder Frans II. und Hieronymus II. wurden gemeinsam von ihrem Onkel Hiernoymus I. unterrichtet. Dadurch erklärt sich auch die sehr ähnliche Handschrift der beiden Künstler.

 

see Das Jüngste Gericht
„Das Jüngste Gericht" und der „Höllensturz" sind Pendants, die nach Blättern aus einer Stichserie von Hendrik Goltzius (1558-1617) gearbeitet sind. Beide Szenen bieten uneingeschränkte Darstellungsmöglichkeiten für die Wiedergabe nackter Körper, die Frans II. und Hieronymus II. Zeit ihres Lebens faszinierten. Im „Jüngsten Gericht" des Hieronymus winden sich die Toten aus den Gräbern. Diese Figuren sind großteils dem Fresko „Das Jüngste Gericht" von Michelangelo Buonarrotti (1475-1564) in der Sixtinischen Kapelle im Vatikan in Rom entnommen. Die Erlösten werden von Engeln in den Himmel getragen, wo sie Christus der Weltenherrscher mit seiner heiligen Schar in Empfang nimmt. Verdreht, verzerrt und sich windend stürzen hingegen die Sünder bei Frans Francken in die endlose Tiefe. Der Schein des Höllenfeuers lässt ihre Körper in unterschiedlichen Farben widerscheinen: von hellem Gelb bis Braunrot reicht die Palette ihrer Hauttöne. Mitgerissen und gezogen werden die Verdammten von phantastischen, graugrünen Teufelsgestalten mit sehr feingemalten, goldenen Binnenzeichnungen.

 

go here Literatur
Gabriele Groschner, Thomas Habersatter, Erika Mayr-Oehring (Hrsg.): Meisterwerke. Residenzgalerie Salzburg. Salzburg 2001, S. 48

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