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Flämischer Barock

Allegorie auf Kaiser Karl V. als Weltenherrscher

Bildinformation:

Allegorie auf Kaiser Karl V. als Weltenherrscher

Öl/Leinwand, 166,5 x 141 cm

Inv. Nr.303

Künstler:

RUBENS Peter Paul

1577 Siegen i.W. - 1640 Antwerpen

RUBENS Peter Paul
Nach seiner Lehrzeit in Antwerpen bei Adam van Noort (1562-1641) brach Rubens 1600 nach Italien auf. Er arbeitete dort in Venedig, Rom und Genua, vor allem aber in Mantua am Hofe des Herzogs Vincenzo Gonzaga II. Rubens studierte und kopierte mit großem Eifer die Meisterwerke der italienischen Renaissance und der Antike. Diese Eindrücke verarbeitete er zu einem eigenen, neuen barocken Stil. In Italien machte sich Rubens bereits einen Namen durch Aufträge für große Altarbilder und Prunkporträts der adeligen Gesellschaft. Er arbeitete u. a. für den spanischen Hof und für Rudolf II. in Prag. 1608 kehrte der Künstler nach Antwerpen zurück und wurde Hofmaler der dort regierenden Statthalter, des Erzherzogs Albrecht VIII. und seiner Gemahlin Infantin Isabella Clara Eugenia. Aufgrund der günstigen Auftragslage musste bzw. konnte Rubens in Antwerpen einen großen Atelierbetreib einrichten. Sein künstlerischer Erfolg, sein gesellschaftlicher Aufstieg und sein diplomatischer Einsatz auf politischer Ebene wurden 1624 mit der Erhebung in den Adelsstand durch den spanischen König abgerundet.


Allegorie auf Kaiser Karl V. als Weltenherrscher
Als Hofmaler des Gonzaga-Herzogs trat Rubens 1603-1604 in dessen Auftrag eine diplomatische Reise nach Spanien an. Dabei lernte Rubens wahrscheinlich zum ersten Mal die mächtige und prunkvolle Familien- und Herrscherposition der Habsburger an deren Hauptsitz kennen. Die Person Karl V. galt für ihn als die Gründergestalt der imperialen und dynastischen Macht dieser von ihm verehrten Familie. Rubens beschäftigt sich intensiv mit den Kaiserbildnissen Tizians (1477-1576). Kurz nach seiner Rückkehr von Spanien nach Italien entstand dieses Kaiserporträt nach einer unmittelbaren Vorlage eines Gemäldes von Parmigianino (1503-1540), das sich in Besitz des Herzogs von Mantua befand. Rubens Gemälde ist eine großzügige, aus geo- und stereometrischen Formen gebildete Kompositon. Der Kaiser ist in einer Prunkrüstung, mit dem Orden des Goldenen Vlieses und den Herrscherinsignien dargestellt: Krone, Zepter, Schwert und Weltenkugel als Zeichen des ausgedehnten Herrschaftsgebietes. Die dargestellte Krone entspricht der Form der habsburgischen Privatkronen, die meist als Mitrenkronen gefertigt wurden.


Literatur
Gabriele Groschner, Thomas Habersatter, Erika Mayr-Oehring (Hrsg.): Meisterwerke. Residenzgalerie Salzburg. Salzburg 2001, S. 56

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