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Flämischer Barock

Stillleben mit Austern, Zitronen und Trauben

Bildinformation:

Stillleben mit Austern, Zitronen und Trauben

Öl/Eichenholz, 35,5 x 45 cm

Inv. Nr.561

Künstler:

HEEM Cornelis de

1631 Leiden - 1695 Antwerpen

HEEM Cornelis de
Sohn des bedeutenden niederländischen Stilllebenmalers Jan Davidsz. de Heem (1606-1683/84). Es ist anzunehmen, dass Cornelis bei seinem Vater ausgebildet wurde und ihn bei dessen Auftragswerken unterstützt hat, bis er zu einer eigenen Künstlerpersönlichkeit herangereift war. 1661 wird er als Mitglied der Antwerpener Malergilde genannt; 1667 wohnte er, seine Frau und zwei Kinder ein halbes Jahr bei seinem Vater in Utrecht. 1676-1687 ist er mit seiner zweiten Frau in Den Haag nachzuweisen. Bald darauf muss er nach Antwerpen zurückgekehrt sein, wo er 1695 starb. Nur wenig ist über den flämischen Meister bekannt, einige Dokumente geben jedoch Auskunft über seine finanziellen Säumigkeiten: einmal blieb er zwei Jahre lang 553 Gulden für gelieferte Kaufmannswaren schuldig, zahlte nicht für zugestellten Wein oder beglich seine Miete nicht. Ob das aus Geldmangel oder lediglich aus einer gewissen Unbekümmertheit heraus geschah, kann nicht genau gesagt werden. Jedenfalls bezahlte er nach mehrmaliger Aufforderung einen Teil der Schulden mit seinen Bildern.

 

Stillleben mit Austern, Zitronen und Trauben
Wie sein Vater Jan Davidsz. - siehe dazu das von ihm besprochene Gemälde - präsentiert Cornelis einen üppig beladenen Tisch in wohlgestalteter Unordnung. Aufbau und Komposition sind von seinem Vater entlehnt, der Tisch mit dem leger übergeworfenen Tischtuch im Vergleich seitenverkehrt abgebildet. Unterschiede findet man jedoch in der Behandlung der Früchte, des kostbaren silbernen Tafelgeschirrs und der Beleuchtung. Hier erweist sich Cornelis bereits durch und durch als eigenständiger flämischer Meister: die naturgetreue Abbildung, die leuchtend klaren Farben und das Schlaglicht verleihen dem Bild mehr Härte und nehmen ihm die malerische Lebendigkeit, die bei Jan Davidsz. noch vorherrscht. Früchtestillleben wie jenes von Cornelis de Heem sind nicht nur ästhetisch ein wahrer Augenschmaus, sondern standen ehedem genauso für den Reichtum der wohlhabenden Besitzer. Die Gemälde besaßen eine Art Stellvertreterfunktion, da die kostbaren Früchte aufgrund der Jahreszeit nicht immer greifbar waren oder wie die Orange in verschiedenen Reifegraden abgebildet werden konnten. Vergleicht man das Bild der Residenzgalerie Salzburg mit anderen Gemälden des Künstlers, so lässt es sich in die 60er Jahre des 17. Jh.s datieren.

 

Literatur
Gabriele Groschner, Thomas Habersatter, Erika Mayr-Oehring (Hrsg.): Meisterwerke. Residenzgalerie Salzburg. Salzburg 2001, S. 52

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