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Flämischer Barock

Das Gefühl

Bildinformation:

Das Gefühl

source Öl/Eichenholz, 24 x 20 cm

enter site Inv. Nr.533

Künstler:

BROUWER Adriaen

1605/06 Oudenaerde? - 1638 Antwerpen

click  BROUWER Adriaen
Brouwers Geburtsdatum und Geburtsort können nicht genau angegeben werden. Er wurde vermutlich in Oudenaerde in Flandern, oder in Haarlem geboren, da er sich in seiner Jugend längere Zeit in diesen Orten aufgehalten hatte. In Haarlem wurde er von Frans Hals unterrichtet und trat als begabter Laienschriftsteller und „Beminnaer" (Liebhaber, Freund) der Haarlemer Rederijkerkammer bei. Anschließend hielt sich Brouwer -  er galt bereits als renommierter Künstler -  kurzzeitig in Amsterdam auf. In dieser Zeit entstanden Bilder in bunter Farbigkeit, die sich durch eine besondere Feinmalerei auszeichneten. Ab 1631 zog Brouwer nach Antwerpen, wurde als Freimeister Mitglied der St.-Lukasgilde und war hier wieder ein Rederijker. Rubens zählte zu seinen engsten Freunden. Die Farbigkeit seiner Bilder nahm mehr und mehr ab, bis letztendlich vor allem Grau-, Blau-, Grün- und Brauntöne dominierten. Brouwer galt als Liebhaber von literarischen Possen, die er als Maler mit dem Pinsel auf die Leinwand bannte. Bevorzugt stellte er Szenen aus dem bäuerlichen Milieu dar.

 

Das Gefühl
Brouwer ist ein genauer Beobachter seiner Umgebung. Vor allem Gefühlsregungen und das dazugehörige Mienenspiel, das er in seinen Darstellungen karikaturhaft hervorhebt, interessieren ihn. So bietet diese Operationsszene in einer Dorfbaderstube Gelegenheit, die Aussage des Bildes auf eine dem Publikum nachvollziehbare Gefühlserfahrung, nämlich peinvollen Schmerz, zu konzentrieren. Nur drei Personen sind in diese Szene involviert: der Arzt, der mit verbissener Mimik werkt, der Patient, der voll Schmerz sämtliche Gesichtmuskeln krampft, und ein Zuschauer, der sich neugierig zwischen die beiden Hauptpersonen drängt. Das Gemälde der Residenzgalerie Salzburg ist eine mit seinem Monogramm versehene Kopie des Originals, das sich in der Alten Pinakothek, Bayerischen Staatsgemäldesammlungen (Inv. Nr. 851), befindet. Dieses Bild kann einerseits zu einem im Werk Brouwers nachgewiesenen Zyklus der „fünf Sinne" gezählt werden, doch scheint es andererseits wahrscheinlicher, dass solche Darstellungen einzelner sinnlicher Wahrnehmungen, trotz ihres unveränderten symbolischen Gehalts, ebenso selbstständige Bildthemen waren. Die wenigsten Bilder von Brouwer sind signiert und keines datiert, so sind sowohl Zuschreibung als auch Chronologie seines Werkes nicht eindeutig festzulegen. Der Malmanier dieses Bildes entspricht der seiner späteren Antwerpener Technik. Über einem gelbem Malgrund sind einzelne Farbtöne sehr transparent in gestricheltem Pinselauftrag gelegt.

 

Literatur
Gabriele Groschner, Thomas Habersatter, Erika Mayr-Oehring (Hrsg.): Meisterwerke. Residenzgalerie Salzburg. Salzburg 2001, S. 40

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