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Kataloge

2002 - Sehnsucht Süden

2002 - Sehnsucht Süden

 Katalog zur Ausstellung Sehnsucht Süden - Französische Barock- und Rokokomaler in Italien:  go here 22.11.2002 - 02.02.2003

Italien entwickelte sich im 17. und 18. Jahrhundert nicht nur bei Gelehrten, wohlhabenden Bürgern oder jungen Aristokraten zu einem beliebten Reiseziel, sondern auch französische Künstler schätzten das Klima, die malerischen Landschaften sowie die Kunst und Baudenkmäler der Antike, der Renaissance und des zeitgenössischen Barock. Für die fachgerechte Ausbildung sorgten wohlhabende Gönner sowie die 1666 in Rom gegründete Académie de France, die jährlich neue Studenten aufnahm und somit den Aufenthalt der französischen Maler finanziell absicherte. Als Gegenleistung mussten die jungen Künstler Kopien von italienischen Gemälden oder Skulpturen anfertigen und für Studien nach Paris senden.Üblicherweise verbrachten die Künstler einige Jahre in Italien und bereisten neben Rom Neapel, Florenz, Bologna oder Venedig ebenso die kurz zuvor ausgegrabenen antiken Städte Herculaneum (1738) und Pompeji (1748). Unwegsame Straßen, keine Infrastruktur und Furcht vor der einheimischen Bevölkerung ließen nur wenige Reisende über Neapel hinausgelangen und Apulien, Kalabrien oder Sizilien besuchen.Die italienische Tour war im 17. und 18. Jahrhundert für französische Künstler weitgehend standardisiert. Die Franzosen überquerten die Alpen nach Italien in der Regel über den Mont Cenis. Je nach Jahreszeit und dem geplanten Aufenthalt wählten die Reisenden entweder den Weg über Mailand nach Venedig und dann über Bologna, Rimini und Loreto nach Rom oder man folge zuerst der Küstenlinie von Genua nach Pisa, und nahm dann im Landesinneren den Weg über Florenz, um in die Ewige Stadt zu gelangen. Dort verbrachten die Künstler die meiste Zeit ihres Italienaufenthaltes.Kleinere Ausflüge in das Umland - etwa nach Tivoli und Genazzano - oder mehrwöchige Reisen nach Neapel waren ebenso Pflicht wie das Studium zeitgenössischer italienischer Malerei oder römischer Antikensammlungen. Auch lockten die fürstlichen Bibliotheken mit einmaligen Schätzen der Buchkunst oder theoretischen Schriften.Wenige Künstler wie Nicolas Poussin, Claude Lorraine oder etwa Gaspard Dughet wählten die Ewige Stadt als dauerhaften Wohnsitz.Gemeinsam durchwanderten italienische und französische Künstler die Ruinenfelder und zeichnete vor Ort Landschaftsansichten, die im Atelier in eindrucksvolle Gemälde umgesetzt wurden und in ganz Europa - vor allem den Seefahrernationen England, Frankreich und Niederlande - ihre Abnehmer fanden. Im Katalog angeführt sind Maler wie Jacques Philippe de Loutherbourg, Claude Joseph Vernet oder Adrien Manglard, die inspiriert von der lichterfüllten Atmosphäre des Südens teils reale, teils phantastische Küstenansichten mit Städten, Palästen und antiken Versatzstücken schufen. Lieblich-romantische Traumlandschaften zeigen Bilder von Charles François de Lacroix. Hubert Robert und Jean Lemaire widmen sich in ihren Bildern pittoresken Motiven der Antikenrezeption und der Ruinenmalerei. Heroische Landschaften, die auf die phantastische Vorstellungswelt des römischen Dichters Vergil zurückgehen, der im poetischen Traumland Arkadien das verlorene Paradies sah, in dem die Menschen in Harmonie und Eintracht mit der Natur lebten, zeigen Bilder von Gaspard Dughet und Jean François Millet. Der Faszination der Naturgewalten unterlag Jacques Antoine Volaire, der Eindrucksvoll den Vesuvausburch am 14. Mai 1771 dokumentierte. Sébastian Bourdon, Nicolas Colombel und Jacques Stella verlegten ihre Geschichten aus der Bibel und Mythologie in surreale, römische Landschaften.Die Beiträge im Katalog setzen sich mit den italienischen Vorbildern, der französischen Kunsttheorie und Kunstkritik, den Italienreisen im 17. und 18. Jahrhundert sowie der französischen Landschaftsmalerei auseinander. Im Anhang werden sämtliche französische Gemälde, die sich in Österreich in öffentlichen Sammlungen und Klöstern befinden, angeführt und abgebildet.


source link Autoren:
- Norbert M. Grillitsch: Anmerkungen zur Landschaftsmalerei in Italien vom Frühbarock bis zur französischen Revolution
- Thomas Habersatter: Einleitung; Alle Wege führen nach Rom Grand Tour und französische Reisebeschreibungen Italiens im 17. und 18. Jahrhundert;  Französische Landschaftsmaler des 17. und 18. Jahrhunderts in Italien; Katalog 
- Roswitha Juffinger: Vorwort
- Wolfgang Wanko: Über die Landschaft Die französische Kunsttheorie und Kunstkritik des. 17. und 18. Jahrhunderts und ihre Auswirkungen auf die Entwicklung der Landschaftsmalerei; Von der Veränderung eines Ideals Die französische Landschaftsmalerei im Siècle des Lumières zwischen Ordnung und Natürlichkeit

Herausgeber:  Thomas Habersatter
Verlag:  Residenzgalerie Salzburg
Erscheinungsort:  Salzburg
Erscheinungsjahr:  2002
Sprache:  Deutsch; Anhang: Deutsch, Französisch
Seitenzahl:  175
Farbabbildungen:  51
Schwarzweißabbildungen:  240
Buchgröße:  21 x 21 cm


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