Ein neuer Blick auf die Altstadt
Die Öffnung einer Tür von der Residenzgalerie auf die Terrasse des nördlichen Dombogens. Der Blick ist den meisten Salzburgern noch völlig unbekannt: Die Residenz im Rücken, den Dom vor sich, der Domplatz rechts und der Residenzplatz links, dahinter das Grün der Stadtberge. Wenige Standorte in Europa bieten eine vergleichbare Aussicht, die landschaftliche und architektonische Schönheit mit hautnaher historischer Präsenz erleben lässt. Salzburg entwickelt sich damit zur Musik- und Museumsstadt: Mit dem Museum am Mönchsberg und dem Salzburg Museum hat die Politik bereits zwei wichtige Schritte zur Entwicklung Salzburgs zu einer europäischen Museumsstadt gesetzt. Mit der Umsetzung des Museumsleitplans wird dieses anspruchsvolle Ziel in den nächsten Jahren schrittweise erreicht.
Die Errichtung der Terrasse über den nördlichen Dombögen der Salzburger Residenz erfolgte im Zeitraum 14. 6. bis 23. 7. 2007. Architekt DI Gerhart Labacher nahm Entwurf, Planung sowie die technische, künstlerische und geschäftliche Oberleitung wahr.
Historischer Abriss
Die so genannten Dombögen, d.h., die beiden Verbindungsgänge von den Prunkräumen der Salzburger Residenz zum Dom, sind Teil eines architektonischen Gesamtkonzeptes von Erzbischof Guidobald Graf Thun (1616 - 1668), der von 1654 - 1668 in Salzburg regierte.Thuns Gesamtkonzept umfasste mehrere Baumassnahmen: Die Vollendung der Dom-Westfassade (unter Erzbischof Paris Graf Lodron begonnen) und die Erhöhung der Domtürme: (1652 - 1655). Im Bereich der heutigen nördlichen Dombögen befand sich im Spätmittelalter die St. Johannes Kapelle / Hofkapelle, die bereits unter Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau 1596 profaniert und zur „Guarderoba" umgestaltet wurde. Unter Guidobald folgten der Abbruch der Guarderoba, der Abbruch des Residenzgebäude-SO-Eckes und die Errichtung der nördlichen Dombögen zwischen 1658 und 1663. Die Errichtung der südlichen Domböden und der Bau eines vorgesetzten Traktes am Gebäude des Benediktiner-Stiftes St. Peter, zur Angleichung der Südfassade des Domplatzes an die bereits bestehende Nordfassade der Residenz, fand in den Jahren 1657 - 1663 statt. (Siehe Abbildung: Franz Anton Danreiter, um 1731). Von 1663 bis zum Ende der Habsburger-Monarchie 1918 war es auf Grund dieser architektonischen Lösung möglich, trockenen Fußes einen Rundgang um den Domplatz zu machen: von der Residenz zum Dom, vom Dom über die südlichen Dombögen zur so genannten „Großen Galerie gegen St. Peter" (Gemäldegalerie der Salzburger Erzbischöfe bis 1803), zum Wallis-Trakt, und zurück in die Salzburger Residenz. "Dieser einzigartige Rundgang soll in Zukunft auch allen Museumsbesuchern möglich sein", erklärt Haslauer.
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