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Aussichtsterrasse Dombögen

Salzburg hat eine neue spektakuläre Aussichtsterrasse.  Die Öffnung der Residenz über eine Tür von der Residenzgalerie auf die nördliche Dombogenterrasse ist eine weitere wichtige Etappe für die Umsetzung des Museumsleitplans, der im Auftrag von Museumsreferent Landeshauptmann-Stv. Dr. Wilfried Haslauer von Unv. Doz. Dr. Dieter Bogner erarbeitetet wurde. "Damit beschreiten wir in Salzburg neue Wege. Die Öffnung dieser Terrasse für die Öffentlichkeit ist ein deutliches Signal. Am Ziel dieses Wegs steht eine thematisch klar strukturierte Museumslandschaft, die eine Attraktion von europäischer Dimension darstellen wird. Ich danke allen Beteiligten, dass sie hinter dem Vorhaben gestanden sind. Was hier geboten wird, ist weit mehr als ein „Schlechtwetter- programm" für Salzburgs kulturinteressierte Besucherinnen und Besucher. Der Dombezirk ist nun von einer neuen Perspektive aus einsehbar - eine Bereicherung für die ganze Stadt", sagt Haslauer. Eines der zentralen Elemente des Museumsleitplans ist die Schaffung eines Besucherrundgangs um den Salzburger Domplatz - von der Residenzgalerie mit ihrer weltlichen Gemäldesammlung ins Dommuseum mit seinen religiösen Schätzen und der Kunst- und Wunderkammer über den Langen Gang in St. Peter, ausgestattet mit Teilen der berühmten hauseigenen Sammlung, zum Wallis Trakt und von dort, nach einem Blick in den Chor der Franziskaner Kirche, zurück in die Prunkräume der Residenz. "Die historische Einheit von weltlicher und kirchlicher Funktion der Fürsterzbischöfe wird dadurch für die Salzburger aber auch für Besucher aus anderen Ländern nachvollziehbar und erlebbar. Wo gibt es ein vergleichbares Erlebnis? Um dieses Ziel zu erreichen, sind in Zukunft noch zahlreiche Gespräche und Maßnahmen notwendig, doch Offenheit dafür besteht bei allen beteiligten Institutionen. Erste Planungen für die Schaffung einer Verbindung in den nördlichen Domturm liegen bereits vor. Auch der Lange Gang wird vom Stift St. Peter restauriert", erklärt Museumsleitplan-Verfasser Dieter Bogner.

Realisierung eines lange gehegten Wunsches
Der Vorschlag zur Errichtung einer Terrasse über den nördlichen Dombögen wurde erstmals 1986 von Roswitha Juffinger unterbreitet. "Mit der nun begehbaren Terrasse erfährt die Residenzgalerie eine willkommene Bereicherung. Das Museum kann dadurch noch besser im Zusammenhang mit der Altstadt wahrgenommen werden", erklärt die Direktorin der Residenzgalerie.
Bei den Planungen für den Rundgang um den Domplatz gab es bereits sehr konstruktive Gespräche mit den Anrainern, darunter dem Domkapitel, dem Stift St. Peter, den Franziskanern und der Universität Salzburg. Auch aus der Sicht von Dompfarrer Prälat Balthasar Sieberer ist die für die Öffentlichkeit adaptierte Terrasse eine Bereicherung für die Altstadt: "Nun wollen wir auch die nächsten Schritte im Sinne einer gelungenen Museumslösung gemeinsam in die Zukunft tun. Sobald der Rundgang realisiert ist, wird den Besuchern und den Bürgern Salzburgs ein noch spannenderes Museumserlebnis geboten. Ich bin davon überzeugt, dass der Rundgang ein entscheidender Schritt in die richtige Richtung ist."

 

Ein neuer Blick auf die Altstadt
Die Öffnung einer Tür von der Residenzgalerie auf die Terrasse des nördlichen Dombogens. Der Blick ist den meisten Salzburgern noch völlig unbekannt: Die Residenz im Rücken, den Dom vor sich, der Domplatz rechts und der Residenzplatz links, dahinter das Grün der Stadtberge. Wenige Standorte in Europa bieten eine vergleichbare Aussicht, die landschaftliche und architektonische Schönheit mit hautnaher historischer Präsenz erleben lässt.  Salzburg entwickelt sich damit zur Musik- und Museumsstadt: Mit dem Museum am Mönchsberg und dem Salzburg Museum hat die Politik bereits zwei wichtige Schritte zur Entwicklung Salzburgs zu einer europäischen Museumsstadt gesetzt. Mit der Umsetzung des Museumsleitplans wird dieses anspruchsvolle Ziel in den nächsten Jahren schrittweise erreicht.
Die Errichtung der Terrasse über den nördlichen Dombögen der Salzburger Residenz erfolgte im Zeitraum 14. 6. bis 23. 7. 2007. Architekt DI Gerhart Labacher nahm Entwurf, Planung sowie die technische, künstlerische und geschäftliche Oberleitung wahr.

Historischer Abriss
Die so genannten Dombögen, d.h., die beiden Verbindungsgänge von den Prunkräumen der Salzburger Residenz zum Dom, sind Teil eines architektonischen Gesamtkonzeptes von Erzbischof Guidobald Graf Thun (1616 - 1668), der von 1654 - 1668 in Salzburg regierte.Thuns Gesamtkonzept umfasste mehrere Baumassnahmen: Die Vollendung der Dom-Westfassade (unter Erzbischof Paris Graf Lodron begonnen) und die Erhöhung der Domtürme: (1652 - 1655). Im Bereich der heutigen nördlichen Dombögen befand sich im Spätmittelalter die St. Johannes Kapelle / Hofkapelle, die bereits unter Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau 1596 profaniert und zur „Guarderoba" umgestaltet wurde. Unter Guidobald folgten der Abbruch der Guarderoba, der Abbruch des Residenzgebäude-SO-Eckes und die Errichtung der nördlichen Dombögen zwischen 1658 und 1663. Die Errichtung der südlichen Domböden und der Bau eines vorgesetzten Traktes am Gebäude des Benediktiner-Stiftes St. Peter, zur Angleichung der Südfassade des Domplatzes an die bereits bestehende Nordfassade der Residenz, fand in den Jahren 1657 - 1663 statt. (Siehe Abbildung: Franz Anton Danreiter, um 1731). Von 1663 bis zum Ende der Habsburger-Monarchie 1918 war es auf Grund dieser architektonischen Lösung möglich, trockenen Fußes einen Rundgang um den Domplatz zu machen: von der Residenz zum Dom, vom Dom über die südlichen Dombögen zur so genannten „Großen Galerie gegen St. Peter" (Gemäldegalerie der Salzburger Erzbischöfe bis 1803), zum Wallis-Trakt, und zurück in die Salzburger Residenz. "Dieser einzigartige Rundgang soll in Zukunft auch allen Museumsbesuchern möglich sein", erklärt Haslauer.


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